Bewegende Familiengeschichte

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matheelfe Avatar

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„...Kea entdeckte den Apfel an einem Abend im Oktober. Er war dunkelrot. Groß. Er glänzte. Und er sah genauso aus wie der Lieblingsapfel ihrer Mutter…“

Nach dem Tode der Mutter hat der Vater den Garten zerstört. Doch die 15jährige Kea Loop kommt heimlich hier her.
Die Autorin hat einen bewegenden historischen Roman geschrieben. Der Schriftstil lässt die Insel Finkenwerder lebendig werden, deren Landkarte in der vorderen Umschlagseite zu finden ist.
Die Grenze zwischen Hamburg und Preußen trennt das Gut der Vollhöfner Loop und Rentfeld. Doch das ist nicht der einzige Grund, dass sich die beiden Familien nicht grün sind.
Knapp hinter dem Zaun ihres Gartens sieht Kea noch einen Sämling aus dem Besitz ihrer Mutter. Sie überschreitet den niedrigen Grenzzaun. Dabei trifft sie auf den Häusling Kristen. Kea hat keinerlei Berührungsängste und unterhält sich mit ihm wie mit einem Gleichgestellten. Das Gespräch ist recht amüsant.

„...Der Apfel stammt von einem meiner Zufallssämlinge, im Grunde ist es also meiner. Es war lediglich eine Laune der Natur, dass er sich hinter die Grenze verirrt hat…“

Deutlich wird, wie unterschiedlich auf beiden Höfen mit den Knechten und Mägden umgegangen wird. Rentfeld betrachtet sie als sein Eigentum und lässt sie das spüren. Auch die Unterbringung unterscheidet sich gravierend.
Kristen hilft Kea bei der Veredlung ihrer Apfelbäume, bevor er dem Gut den Rücken kehrt und mit seinem Onkel zur See fährt.
Mittlerweile sind fünf Jahre vergangen. Kristens Rückkehr fällt mit dem Ausbruch der Cholera in Hamburg zusammen. Auf die Überschreitung der Grenze steht nun die Todesstrafe.
Lange wird die Krankheit der Bevölkerung verschwiegen. Die Zustände in der Stadt sind heftig. Auch Finkenwerder bleibt nicht verschont. Trotzdem sehen sich Kea und Kristen wieder. Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Der Vater hat andere Heiratspläne für seine Tochter. Außerdem droht ein lange gehütetes Familiengeheimnis aufzufliegen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeugt von umfangreicher Recherche und konnte mich schnell in seinen Bann ziehen.