Ein kleiner Sämling und eine große Geschichte!

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Rebekka Eder hat es verstanden, aus einer zunächst kleinen Geschichte, die sich in einem begrenzten Rahmen abspielt, eine große Erzählung zu machen.
Die Hauptfigur Kea, deren von strengen Konventionen geprägtes und vom Vater überwachtes Leben sich im preussischen Teil Finkenwerders abspielt, schafft sich eine kleine Zuflucht, indem sie einen verwahrlosten Apfelgarten, den früheren Lieblingsort ihrer verstorbenen Mutter, wieder zum Leben erweckt.
Hinter dem Rücken des Vaters entwickelt sich hier ein Wohlfühlort, nicht nur für Kea, sondern auch für Rosa , die zunächst ungeliebte Kusine, die wegen eines vermeintlichen Fehltritts zu den Verwandten nach Finkenwerder verbannt wird. Er wird auch zum Begegnungsort für Menschen aus unterschiedlichen Schichten, als sie dort den hilfsbereiten und aufgeschlossenen Knecht des Nachbarhofes - Kristen-, an der Gartengrenze, die Preussen und Hamburg teilt, trifft und in ihm einen Seelenverwandten erkennt.
Der Apfelgarten als Schauplatz dramatischer Szenen und starker Emotionen - doch letztlich kein Paradies ohne Schatten, der Garten stößt nicht nur auf Wohlgefallen.
Die Autorin beschreibt die Figuren, die Atmosphäre zu der damaligen Zeit und die örtlichen Gegebenheiten so plastisch und bildhaft, dass die Geschichte mich sehr schnell gefangen genommen hat. Obwohl zentrales Thema der Garten ist, kommt keine Langweile auf, weil geschickt verwoben mit dem Gartenthema, mehrere komplexe Familiengeschichten vor dem Hintergrund des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit seinen schwierigen Rahmenbedingungen erzählt werden, so dass man auf deren Fortsetzung gespannt sein darf! Toll geschriebene und interessante Unterhaltungsliteratur!