Ein Buch, das berührt

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lielo99 Avatar

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Huong weiß nicht, wo ihre Eltern sind. Der Vater musste an die Front und die Mutter hielt es nicht mehr zuhause aus. Sie wollte ihn suchen. Von beiden fehlt jedes Lebenszeichen. Aber das Mädchen hat Glück. Sie lebt bei ihrer Großmutter Dieu Lan und die sorgt für sie. Immer wieder erzählt Dieu ihrer Enkelin von dem harten Leben während der Unruhen in Vietnam. Dass sie trotzdem ihren Lebensmut nicht verlor, ist überaus beachtenswert.

Das Buch lässt Großmutter und Enkelin zu Wort kommen. Die Seniorin berichtet von ihrem Leben ab dem Jahr 1930. Sie erlebte mit, wie die Japaner ihr Land besetzten und sah, wie ihr Vater von den Besatzern zunächst erniedrigt und dann ermordet wurde. Sie und ihr Bruder versteckten sich und konnten nur so ihrer Ermordung entkommen.

Die Enkelin kann nicht nachvollziehen, dass ihre Mutter sie verlassen hat. An jedem Tag wartet sie auf die Heimkehr ihrer Eltern. „Der Gesang der Berge“ ist ein historischer Roman, der mir das Leid der Vietnamesen drastisch vor Augen führte. Schon damals überfielen Amerikaner ein Land. Als sie merkten, dass sie nicht als Sieger hervorgehen konnten, ließen sie die Einwohner hilflos zurück. Das Leid der Einwohner wird von der Autorin realistisch dargestellt. Die Zeitsprünge sind aber nicht immer nachvollziehbar und verwirren ein wenig. Und dennoch, das Buch führte mir die Historie Vietnams vor Augen. Das Eindringen der USA kommentiere ich hier nicht. Jeder Leser des Buches wird sich seine eigene Meinung bilden können.