Gelungener Erstling

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kainundabel Avatar

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Eigentlich bin ich skeptisch, wenn nach mehreren literarischen Erfolgen der letzten Jahre das Erstlingswerk einer Autorin/eines Autors veröffentlicht wird. Da werde ich das Gefühl eines „Geschmäckles“ nicht los, dass der Verlag aufgrund der Popularität mit u.U. Jahrzehnte zurückliegenden Werken auf einen weiteren Bestseller spekuliert. Die Leseprobe von Trude Teiges Erstlingswerk „Der Gesang der See“ (erstmals 2002 in Norwegen erschienen) belehrte mich in diesem Fall jedoch eines Besseren. Eindrücklich und empathisch erzählt sie von der jungen Kristiane, die nach dem frühen Tod ihres Mannes Anders in Existenzsorgen gerät. Die Charakterisierung der Personen und die Beschreibungen der Natur ziehen mich unwiderstehlich in den Sog des Lebens auf der kleinen norwegischen Fischerinsel. Wenn Trude Teige auch im weiteren Verlauf der Handlung diese wunderbare Erzählform, diese Atmosphäre beibehält, ist es ein absolut gelungenes Erstlingswerk, das zum Glück nach 24 Jahren erstmals auf Deutsch veröffentlicht worden ist.