Atmosphärisch erzählte Familiengeschichte

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moquai Avatar

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Trude Teige erzählt die Geschichte der selbstbewussten, rebellischen Kristiane, die auf einer kleinen Insel in Norwegen im 19. Jahrhundert lebt. Die Inselbewohner leben mit und von der rauen See, die jedes Jahr Menschenleben kostet. Sie sind auf Fischfang und Lotsenaufträge angewiesen.

Kristiane ist schon in jungen Jahren Witwe eines Lotsen geworden. Die Lotsennummer ist schon seit mehreren Generationen in ihrer Familie. Leider kann nur ein Mann Lotse werden, für Frauen war das um 1900 noch ein absolutes Tabu. Kristiane ist quasi zu einer Heirat gezwungen, um die Lotsennummer zu behalten, da sie nicht nur für sich selbst und ihren kleinen Sohn, auch für ihre Mutter und ihre jüngere Schwester verantwortlich.

Die Hauptfigur ist eine sehr selbstbewusste, kämpferische junge Frau. Sie nennt sich selbst ein "Papakind". Sie verhandelt mit den Männern, die sie in eine erneute Heirat drängen möchten um die Lotsennummer zu behalten und gewinnt so etwas Zeit.
Lars, ihr Freund aus der Kindheit, unterstützt sie, wo er nur kann.

Beim Verkauf des Kabeljaus lernt sie den jungen, unabhängigen und reichen Frederik kennen und verliebt sich in ihn. Sie muss zwischen Pflicht und Leidenschaft wählen.

Kristiane hat viele Ideen und versucht sich in der Männerwelt zu behaupten und ihre Ideen durchzusetzen, was ihr auch gelingt, doch nicht allen Inselbewohnern gefällt.

Mir gefällt diese Romanfigur der Kristiane sehr gut. Sie hat wohl die Ururgroßmutter Gertrud der Autorin als Vorbild, die als "Die Chefin" auf einer der Inseln lebte.

Mir hat dieser sehr atmosphärisch erzählte Roman ganz gut gefallen.

Es wird eine Fortsetzung dieses Romanes geben, in dem es um Christianes Sohn Anders geht.