Auf nach Norwegen

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hoelzchen Avatar

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Wer die Romane von Trude Teige kennt, weiß, dass sie eine Meisterin darin ist, mit viel Empathie und Atmosphäre ihrer Leserschaft die norwegische Landschaft und das Lebensgefühl ihrer Landsleute näher zu bringen. Im Nachwort erwähnt sie, dass dies ihr erster Roman ist und es eigentlich keine weiteren Bücher geben sollte. Gut das sie sich nicht darangehalten hat und uns schon mit ihre Großmutter-Trilogie begeistern konnte. Auch dieser Roman beruht wieder auf Familienerzählungen und spielt auf einer kleinen, norwegischen Fischerinsel. Kristiane hat ihren Mann auf See verloren, kurz danach wird ihr erstes Kind geboren. Wie soll es weitergehen? Von ihrem verstorbenen Vater hat sie eine Lotsennummer geerbt, den Lotsenberuf dürfen zu dieser Zeit nur Männer ausüben, also läuft sie Gefahr, diese Berechtigung zu verlieren. Somit geht sie eine neue Ehe ein, damit die Lotsennummer in der Familie bleibt. Die Ehe ist solide und erfüllt ihren Zweck, doch trauert Kristiane einer Liebe nach, die nicht sein darf. Dabei muss sie aufpassen, ihre Ehe nicht aufs Spiel zu setzten. Wie schon in ihren anderen Büchern, hat die Autorin mit Kristiane wieder eine willensstarke und emanzipierte Protagonistin geschaffen, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, aber oft auch impulsiv handelt. Ich habe diese Figur geliebt, sie ist sympathisch und authentisch. Das Hörbuch, mit einer Spieldauer von 5 Stunden und 20 Minuten, wurde von Yara Blümel eingelesen. Einer Sprecherin, die ich sehr schätze. Ihre Stimme passt perfekt zur Geschichte. Sie lässt mich das Meer hören, den Wind spüren und die Fische riechen. Alle Szenen werden so bildhaft beschrieben, dass es eine Freude war, dieses Buch zu hören. Ich freue mich auf weitere Romane von Trude Teige.