Auftakt neuer Reihe über die Ururgroßmutter

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shiva2308 Avatar

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Gestaltung:
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Das Cover ist sehr atmosphärisch: Ein Bild einer jungen Frau im altmodischen Kleid. Sie schaut auf das weite, offene Meer und lauscht dem Wellenklang. Es passt optisch gut zum Titel und ist ähnlich zu denen der Großmutter-Trilogie der Autorin.

Inhalt:
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»Es ist nun mal so, dass Frauen und Männer ungleich geschaffen wurden. Männer haben zum Beispiel bessere Voraussetzungen, um sich um die Geschäfte zu kümmern, während Frauen den Männern weit überlegen sind, was Kindererziehung und Haushalt angeht«, begann Wiig. (S. 192)

Kristiane wächst auf einer norwegischen Fischerinsel auf. Der Vater ist Lotse. Als er stirbt, verspricht Kristiane ihm, dafür zu sorgen, dass das Lotsenmandat in der Familie bleibt. Die Frauen haben damals sehr eingeschränkte Rechte. Doch mit Selbstbewusstsein und Klugheit setzt sich Kristiane durch. Dabei gerät sie nicht nur zwischen die Fronten des Dorftratsches, sondern auch zwischen zwei Männer, die sie liebt.

Mein Eindruck:
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"Vorsichtig strich sie ihm die Locken aus dem Gesicht und war plötzlich so von Wärme und Zuneigung erfüllt, dass sie sich dicht an ihn schmiegte. Trotzdem blieb sie lange wach liegen, verwirrt über ihre eigenen Gefühle. Was empfand sie für Lars, nachdem sie doch bereits einem anderen gehört hatte - und davor eine so tiefe Liebe zu Anders empfunden hatte, dass sie ohne ihn kaum weiterleben hatte können? Konnte sie mehrere Männer lieben? Nur auf unterschiedliche Weise?" (S. 94f)

Ich hatte zuvor die Großmutter-Trilogie verschlungen und freute mich auf ein weiteres Buch der Autorin. Leider war der Roman dann anders als erwartet. Die Handlung ist sehr ruhig erzählt, es gibt viele Beschreibungen der Landschaft, der Gedanken von Kristiane und es passiert zunächst wenig. Es ist ein atmosphärisches Buch: Beim Lesen spürt man den Hauch des Windes, hört das Rauschen der Wellen und kann sich die Landschaft bildhaft vorstellen.
Etwas verwirrend empfand ich die nicht gekennzeichneten Zeitsprünge und dass man sich manchmal in den Träumen und Gedanken von Kristiane befindet, dann wieder im Geschehen der Gegenwart. Ich musste manche Passagen erneut lesen, bis ich sie in den Kontext einordnen konnte. Vor allem zu Beginn, in dem viele Personen eingeführt wurden, war es manchmal schwierig, sich zurechtzufinden.
Etwa ab dem ersten Drittel wurden die Ereignisse klarer und ich konnte mich besser auf den Roman einlassen. Der Autorin gelingt es gut, die damalige Zeit und die Probleme, die man als selbstbewusste Frau damals hatte, einzufangen. Zwischendurch gab es auch ein paar Szenen zum Schmunzeln, wie z. B. die Tatsache, dass das Cello für eine Frau als ein unanständiges Instrument galt, weil es zwischen den Beinen gespielt wurde. Aus heutiger Sicht kaum nachvollziehbar.
Das harte Fischerleben wird ebenfalls glaubhaft dargestellt. Mit Kristiane als Protagonistin hatte ich meine Probleme. Auf der einen Seite bewunderte ich ihren Mut, aber der anderen Seite konnte ich ihre Handlungen, vor allem ihr Liebesleben betreffend, nicht immer nachvollziehen. Sie blieb für mich teilweise zu kalt und distanziert. Der Schluss kam plötzlich und war abrupt. Doch die Erläuterung am Ende, dass es eine Fortsetzung geben wird, hat mich dann beruhigt das Buch zuklappen lassen. Dennoch hätte ich es besser gefunden, wenn man gleich erkennbar gemacht hätte, dass es sich hier um einen ersten Band einer neuen Reihe handelt. Ich warte ungern auf Fortsetzungen. Interessant ist, dass sich Frau Teige diesmal ihrer Ururgroßmutter Gertrud gewidmet hat, die im 19. Jahrhundert gelebt hat. Sie war viermal verheiratet und drei ihrer Ehemänner kamen ums Leben.
Insgesamt war die Erzählung ganz ok, aber die Spannung aus der Trilogie, die ich erwartet hatte, fehlte mir. Wer ruhige historische Romane über starke Frauen mag, ist hier jedoch gut bedient.

Fazit:
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Ruhiger Roman über eine selbstbewusste Frau im 19. Jahrhundert mit fehlender Spannung, der sich ohne Fortsetzung unvollständig anfühlt.