Das Debüt der Trude Teige

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maria-luise Avatar

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„Der Gesang der See“ ist der erste Roman, der Trude Teige als Autorin bekannt machte aber erst jetzt auf Deutsch veröffentlicht wurde.
Die Geschichte handelt von einer jungen Schifferin zwischen Familie, Emanzipation und Leidenschaft: Sorgfältig recherchiert und inspiriert von ihrer eigenen Familienhistorie, erzählt die Autorin von einer starken Frau in der rauen Männergesellschaft der nordischen Gestade.

Das Leben ist hart auf der kleinen Fischer-Insel an der norwegischen Westküste, auf der die schwangere Kristiane mit ihrer Familie lebt. Als Kristianes Mann Anders bei einem Sturm ums Leben kommt, steht sie alleine da mit Mutter und Schwester und dann will man ihnen auch noch das Lotsenmandat entziehen. Kristiane will das unter allen Umständen verhindern, denn sie hatte einst ihrem Vater versprochen, den seit Generationen besetzten Lotsenposten in der Familie zu halten. Als Frau darf sie die Schiffe in den Schären aber nicht selbst geleiten.

Als Kristiane im Hause ihres Onkels auf Fredrik trifft, scheint es auf beiden Seiten, Liebe auf den ersten Blick zu sein. Kristiane schwankt zwischen Pflicht und Leidenschaft. Auf der einen Seite ist da ihr Jugendfreund Lars, der sich gut für den Lotsenposten eignet und ihren Sohn fast wie ein Vater liebt und auf der anderen Seite, die Unsicherheit, ob Fredrik dem gerecht werden könnte.

Kristianes Entscheidung ist nicht einfach aber darf sie ihr Versprechen ihrem verstorbenen Vater gegenüber brechen? Sie heiratet Lars, ihn kennt sie von Kindheit an und er gibt ihr Sicherheit, während sie mit Fredrik keine Zukunft sieht.

Kristiane kann Fredrik aber nicht vergessen - und er sie auch nicht ...

Fazit:
Die Autorin hat in ihrem Erstling „Der Gesang der See“, inspiriert von ihrer eigenen Familienhistorie, eine solide Geschichte geschrieben. Die Stärken dieses Romans liegen klar in der Atmosphäre und der Charaktere von Kristiane, Lars und Fredrik. Gerne hätte ich mir aber bei ihren Gedanken und Gefühlen etwas mehr Tiefe gewünscht, denn so manche Entscheidung, konnte ich nicht vollständig nachvollziehen. Ein interessanter Roman, den ich aber allen Fans der Autorin, gerne weiterempfehle.