Der Gesang der See ist ein Buch, das ich ohne Zögern weiterempfehle
Trude Teige hat mich mit Als Großmutter im Regen tanzte erwischt und seitdem lese ich alles von ihr was ich kriegen kann. Dass ihr Debütroman, Der Gesang der See, jetzt zum ersten Mal auf Deutsch erscheint, ist also für mich keine zufällige Lektüre, sondern fast ein Pflichttermin.
Die Geschichte folgt Kristiane, einer jungen Frau auf einer kleinen Fischerinsel an der norwegischen Westküste. Ihr Mann stirbt bei einem Sturm, sie ist schwanger, ihre Familie droht den Lotsenposten zu verlieren, den sie seit Generationen hält. Und als Frau darf sie ihn nicht einfach übernehmen. Was folgt, ist kein Drama im klassischen Sinne, sondern eine Geschichte die sich tief in die Haut gräbt.
Was mich als Leserin am stärksten mitgenommen hat: Die Emotionsführung. Teige treibt einen nicht durch rasante Szenen, sondern durch das innere Erleben ihrer Protagonistin. Das klingt banal, ist es aber nicht, weil das bedeutet, dass man Kritianes Gedanken und Gefühle vollständig nachvollziehen können muss. Und das tut man hier. Ich habe selten eine historische Romanfigur so klar gespürt.
Die Stärken liegen klar in der Atmosphäre und der Charakterzeichnung. Die Welt der norwegischen Küste ist dicht, fast körperlich beschreibbar, aber nie so überwältigend ausgeschmückt, dass die Figuren dahinter verschwinden. Der Konflikt zwischen Pflicht, Familie und dem eigenen Wunschleben ist keine Kulisse, er ist die Geschichte selbst.
Wenn ich etwas anmerken würde: An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass Teige die Nebenfiguren etwas stärker ausarbeitet. Besonders die Mutter und die Schwester bleiben etwas blass gegenüber Kristiane. Das ist kein gravierendes Problem, aber es fällt auf wenn man aufmerksam liest.
Insgesamt ein Buch, das ich besonders Leserinnen empfehle, die atmosphärische, historisch verankerte Geschichten über Frauen in Grenzsituationen mögen. Wer Teiges spätere Romane kennt, wird hier den Grundton wiederfinden, ruhig, ernst, emotional präzise. Und wer sie noch nicht kennt: Das ist ein sehr guter Einstieg.
Die Geschichte folgt Kristiane, einer jungen Frau auf einer kleinen Fischerinsel an der norwegischen Westküste. Ihr Mann stirbt bei einem Sturm, sie ist schwanger, ihre Familie droht den Lotsenposten zu verlieren, den sie seit Generationen hält. Und als Frau darf sie ihn nicht einfach übernehmen. Was folgt, ist kein Drama im klassischen Sinne, sondern eine Geschichte die sich tief in die Haut gräbt.
Was mich als Leserin am stärksten mitgenommen hat: Die Emotionsführung. Teige treibt einen nicht durch rasante Szenen, sondern durch das innere Erleben ihrer Protagonistin. Das klingt banal, ist es aber nicht, weil das bedeutet, dass man Kritianes Gedanken und Gefühle vollständig nachvollziehen können muss. Und das tut man hier. Ich habe selten eine historische Romanfigur so klar gespürt.
Die Stärken liegen klar in der Atmosphäre und der Charakterzeichnung. Die Welt der norwegischen Küste ist dicht, fast körperlich beschreibbar, aber nie so überwältigend ausgeschmückt, dass die Figuren dahinter verschwinden. Der Konflikt zwischen Pflicht, Familie und dem eigenen Wunschleben ist keine Kulisse, er ist die Geschichte selbst.
Wenn ich etwas anmerken würde: An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass Teige die Nebenfiguren etwas stärker ausarbeitet. Besonders die Mutter und die Schwester bleiben etwas blass gegenüber Kristiane. Das ist kein gravierendes Problem, aber es fällt auf wenn man aufmerksam liest.
Insgesamt ein Buch, das ich besonders Leserinnen empfehle, die atmosphärische, historisch verankerte Geschichten über Frauen in Grenzsituationen mögen. Wer Teiges spätere Romane kennt, wird hier den Grundton wiederfinden, ruhig, ernst, emotional präzise. Und wer sie noch nicht kennt: Das ist ein sehr guter Einstieg.