Eine starke Frau

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matheelfe Avatar

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„...Es war Lars, der sie fand. Bei den großen schwarzen Felsen in der Mulevika, der weiten Bucht auf der anderen Seite der Insel…“

Mit diesen Zeilen beginnt ein bewegender Roman. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Er beschreibt die raue Landschaft an der norwegischen See und gibt das Leben der Bewohner der Insel authentisch wieder.
Der schwarze Felsen ist für Kristiane ein Ort, an den sie flieht, wenn ihr nach Ruhe ist. So war es nach dem Tod ihres Vaters und so ist es nun, wo sie um das Leben ihres Mannes bangt. Sie hat eine Ahnung, dass er mit dem Lotsenboot nicht zurückkehren wird.
Kristiane ist eine starke Frau. Sie wird nie den Wunsch ihres Vaters vergessen.

„...Es ist nicht schlimm, wenn man statt eines Jungen ein Mädchen wie dich bekommt. Du wirst schon dafür sorgen, dass die Lotsennummer für immer auf unseren Hof bleibt…“

Doch damit sieht es nun schlecht aus. Schon kurz nach Anders Beerdigung wird ihr vermittelt, dass es Anwärter auf den Posten gibt. Sie hat ein Jahr Zeit, um wieder zu heiraten. Obwohl sie die Fähigkeiten dazu hätte, darf sie nicht als Lotsin arbeiten. Den Job gibt es nur für Männer.
Ein Kandidat ist Lars, der Gefährte ihrer Kindheit. Er hat die Fähigkeit, die Prüfung zum Lotsen zu bestehen und geht liebevoll mit Kristianes kleinen Sohn um. Dann aber lernt sie Fredrik kennen. Zwischen beiden flammt sofort ein Begehren auf. Er stammt allerdings aus der feinen Gesellschaft, auch wenn er zwischendurch seinen eigenen Weg gegangen ist.
Der Roman ist atmosphärisch dicht. Deutlich wird, dass es für Frauen nicht einfach war, sich durchzusetzen. Kristianes Alleingänge werden kritisch beäugt. Mit den Erfolgen kommen die Neider.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen.