Skurril, turbulent und komplett verrückt

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ekiam Avatar

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‚Kevin - Allein zu Haus’ in einem riesigen Spielwarenkaufhaus, dazu eine ordentliche Portion britischer Humor und jede Menge Absurditäten: Mit ‚Der große Weihnachts-Kaufhaus-Klau’ liefert David Walliams eine Weihnachtsgeschichte, die alles andere als besinnlich ist. Hier wird es turbulent, skurril und manchmal so überdreht, dass man sich einfach darauf einlassen muss. Ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder dabei jede Menge Spaß haben werden.

Was mich besonders begeistert hat, waren allerdings die Illustrationen. Schon die Vorstellung der Figuren zu Beginn ist toll gemacht, und die Doppelseite, auf der das riesige Kaufhaus Londinium abgebildet ist, ist ein echtes Highlight. Aber auch innerhalb der Geschichte gibt es viel zu entdecken. Die Zeichnungen sind liebevoll gestaltet und stecken voller Witz und Verschmitztheit. Sie passen hervorragend zum schrägen Humor der Geschichte und haben bei uns für einige Schmunzler gesorgt.

Die Handlung selbst ist mindestens genauso turbulent wie die Illustrationen. Elvis möchte endlich seinen Vater kennenlernen, findet ihn ausgerechnet als Weihnachtsmann in einem Spielzeugkaufhaus und gerät mit ihm prompt in ein ziemlich verrücktes Abenteuer. Die Geschichte strotzt nur so vor Skurrilität und absurden Einfällen. Das muss man mögen, denn zwischendurch geht es ordentlich drunter und drüber. Wer eine ruhige, besinnliche Weihnachtsgeschichte sucht, ist hier definitiv falsch.

Die Kapitel sind kurz und die Schreibweise ist altersgerecht, sodass sich das Buch sowohl zum Vorlesen als auch zum eigenständigen Lesen eignet. Das Schriftbild empfand ich allerdings häufig als ziemlich unruhig, da mit unterschiedlichen Schriftarten und -größen gearbeitet wird. Das passt zwar zum turbulenten Charakter der Geschichte, könnte für weniger geübte Leserinnen und Leser aber durchaus eine Herausforderung sein.

Auch die zahlreichen Bezüge zu Elvis Presley sind mir aufgefallen. Der berühmte Sänger spielt eine größere Rolle, weshalb immer wieder seine Liedtitel auftauchen. Zudem sind die Kapitelüberschriften auf Englisch. Für Kinder ab neun Jahren, die in der Regel noch nicht besonders sicher Englisch lesen, finde ich das etwas unglücklich. Außerdem hätte ich mir eine kurze Erklärung gewünscht, wer Elvis Presley eigentlich war. Er wird zwar als ‚King of Rock ’n’ Roll‘ und Lieblingssänger von Elvis' Vater erwähnt, aber das dürfte für viele Kinder kaum ausreichen, um die Anspielungen wirklich einordnen zu können.

Bei all dem Krawall gibt es aber auch leisere Momente. Elvis findet endlich seinen Vater wieder und hat natürlich Fragen dazu, warum dieser so lange verschwunden war. Dieser Teil der Geschichte hätte für mich deutlich mehr Raum verdient. Die emotionalen Aspekte werden recht schnell abgehandelt, obwohl gerade hier die Möglichkeit bestanden hätte, der Geschichte mehr Tiefe zu verleihen.

Trotzdem versteckt sich zwischen all dem Knall, Wusch und Peng eine schöne Botschaft über Freundschaft und Zusammenhalt. Außerdem wird deutlich, dass Weihnachten nicht nur aus Geschenken, Geschenken und noch mehr Geschenken besteht.

Insgesamt ist ‘Der große Weihnachts-Kaufhaus-Klau’ eine herrlich verrückte Weihnachtsgeschichte mit großartigen Illustrationen und jeder Menge schrägem Humor. Wer Lust auf ein turbulentes Weihnachtsabenteuer hat, bei dem es alles andere als besinnlich zugeht, dürfte hier auf seine Kosten kommen.