Die Welt ist voller Wunder

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
kitzelkatze Avatar

Von

Ein pfiffiges Konzept: Der historische Naturforscher Alexander von Humboldt tritt hier als zehnjähriger Junge auf, der mit einem magischen Kompass durch Zeit und Raum reist – und die Geschwister bzw. Freunde Theo und Pria auf eine Entdeckungstour durch den Wald mitnimmt. Wissensvermittlung wird so elegant in eine fantasievolle Rahmenhandlung verpackt.
Der Einstieg im herbstlichen Innenhof ist alltagsnah und kindgerecht: Zwei Kinder streiten sich spielerisch um Laub für eine Laterne und stellen sich ganz nebenbei die Frage, warum Blätter überhaupt fallen. Genau aus solchen kindlichen "Warum"-Fragen entwickelt sich der Ausflug in den Wald – ein cleverer didaktischer Kniff, der neugierig macht, ohne belehrend zu wirken.
Besonders gelungen ist die Vermittlung von Sachwissen über eine bildhafte Metapher: Der Wald wird als "Haus mit Stockwerken" erklärt – vom Keller (Wurzelschicht) über Erdgeschoss (Moosschicht) und erste Etage (Krautschicht) bis zum Dachgeschoss (Baumschicht). Diese Systematik ist für junge Leser:innen leicht greifbar und wird zusätzlich durch eine schön gestaltete Notizbuch-Doppelseite mit Beschriftungen visuell unterstützt.
Der Humor kommt nicht zu kurz: Theos Frage nach der Waschmaschine im "Keller" des Waldes und Alexanders verwirrt-charmante Antwort sorgen für Situationskomik, die den Wissenstransfer auflockert. Auch die kleine Spannungsszene mit dem verlorenen Kompass zeigt, dass Handlung und Lerninhalt gut verzahnt sind, statt nebeneinanderher zu laufen.
Die Charaktere sind klar gezeichnet: die neugierige, mutige Pria, der eher vorsichtige Theo und der leicht altmodisch-höfliche, wissbegierige Alexander – eine sympathische Mischung, die unterschiedliche kindliche Temperamente widerspiegelt.
Insgesamt ein liebevoll illustriertes Sachbilderbuch-Abenteuer, das Naturwissen (Waldschichten, Tiere, Pflanzen) spielerisch und mit echtem Entdeckergeist vermittelt – ideal für kleine Forscher:innen ab dem Vorschulalter.