Düsterer Thriller mit kleinen Längen

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Ein grauer Februartag, ein vibrierendes Handy – und zwei Worte, die einem den Atem stocken lassen. Von da an gibt es kein Zurück mehr. Lautlos, beharrlich und mit erschreckender Präzision zieht ein Täter seine Kreise, kündigt sich an wie ein makabres Spiel und lässt seine Opfer wissen, dass ihre Zeit abläuft. Für Naia Thulin beginnt damit ein Wettlauf gegen die Uhr, bei dem jede neue Spur eher Fragen aufwirft als Antworten liefert – und bei dem sie ausgerechnet mit Mark Hess zusammenarbeiten muss, den sie nach den Ereignissen um den Kastanienmann längst hinter sich gelassen glaubte.

Die Ermittlungen greifen immer weiter um sich, verzweigen sich in alte Wunden und dunkle Kapitel der Vergangenheit. Je tiefer Naia gräbt, desto deutlicher wird, dass dieser Fall nicht nur in der Gegenwart spielt. Schatten aus längst vergangenen Ermittlungen, in die einst ihr eigener Vater verstrickt war, reichen bis ins Heute – und drohen alles zu verschlingen.

Parallel dazu folgt man Menschen, die bereits alles verloren haben, und spürt ihre Ohnmacht, ihre Wut und ihre verzweifelte Hoffnung auf Gerechtigkeit.

Wie schon zuvor versteht es Sveistrup, die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu erzählen und so ein dichtes, beklemmendes Netz zu knüpfen, das sich Seite um Seite enger zieht. Die Spannung ist konstant hoch, der Nervenkitzel unverkennbar – auch wenn sich zwischendurch ein paar Längen einschleichen, die dem Umfang geschuldet sind. Dennoch: Wer „Der Kastanienmann“ verschlungen hat, wird auch hier wieder gefesselt mitgehen.

Fazit: Ein packender, düsterer Thriller mit hohem Spannungsniveau, starken Figuren und einer unheimlichen Atmosphäre. Trotz kleiner Längen überzeugt die Geschichte durch ihre verzahnte Handlung und ist für Fans des ersten Bandes ein absolut lohnendes Wiedersehen.