Eine düstere Jagd mit starken Ermittlern

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markuszm Avatar

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Der Kuckucksjunge ist für mich ein spannender Thriller, der sich vor allem durch seine düstere Atmosphäre und die vielschichtige Figurenzeichnung abhebt. Schon das Cover passt sehr gut zum Buch, weil es genauso düster wirkt, wie die Geschichte selbst. Das passt zu dem grausamen Serienmörder, um den es hier geht, und ist für einen Thriller auf jeden Fall ein gutes Cover.

Besonders interessant fand ich, dass der Fall nicht die typischen Klischees abdeckt und sich die Geschichte aus vielen zeitlich aneinander folgenden Fällen zusammensetzt. Dadurch entsteht nach und nach ein größeres Bild. Gleichzeitig ist genau das auch ein Grund, warum sich das Buch stellenweise etwas langwierig anfühlt. Der Autor beschreibt die Handlung sehr detailliert und sehr bildhaft, wodurch sich das Buch zwar relativ leicht lesen lässt, sich die Geschichte aber auch langsamer entwickelt, als man es von einem Thriller vielleicht erwartet. Erst ab etwa zwei Dritteln wird allmählich klar, wer der Täter sein könnte, und bis dahin hat man schon über 400 Seiten gelesen.

Diese Ausführlichkeit zeigt sich auch bei den Figuren, was mir insgesamt gut gefallen hat. Durch die Länge des Buches ist viel Zeit, die Perspektiven von Opfer, Ermittler und Täter detailreich zu beschreiben. Die Figuren haben dadurch viel Tiefgang für einen Thriller und wirken nicht oberflächlich. Vor allem die starke Hauptermittlerin macht den Roman interessant. Gleichzeitig geht durch diese genaue Ausarbeitung an manchen Stellen etwas von der Spannung verloren.

Insgesamt ist Der Kuckucksjunge für mich ein spannender, atmosphärischer Thriller mit starken Figuren und einer guten Grundidee, der aber etwas zu lang geraten ist. Ich würde das Buch vor allem LeserInnen empfehlen, die ausführliche Thriller mit viel Tiefgang mögen und denen ein langsamerer Aufbau nichts ausmacht.