Sehr spannend!

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nini_testet Avatar

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Der Kuckucksjunge hat mir insgesamt richtig gut gefallen und mich von Anfang bis Ende in Atem gehalten. Schon das Cover fand ich sehr gelungen: düster, etwas unheimlich und typisch nordisch. Es passt perfekt zur Stimmung des Buches und macht direkt klar, dass es hier nicht gemütlich wird.
Zur Geschichte möchte ich bewusst nicht zu viel verraten. Grob gesagt geht es um ein Verbrechen, das seine Wurzeln weit zurück hat und bei dem nach und nach deutlich wird, dass hinter allem viel mehr steckt, als man zunächst denkt. Besonders spannend fand ich, wie Sveistrup das Thema Gewalt, Schuld und verdrängte Vergangenheit behandelt. Die Geschichte entwickelt sich langsam, aber stetig weiter, ohne langweilig zu werden. Es gibt viele kleine Hinweise und Details, bei denen man als Leser ständig miträtselt.
Der Schreibstil ist für mich ein großes Plus. Er liest sich flüssig, ist sehr bildhaft und erzeugt eine dichte, oft bedrückende Atmosphäre. Gerade die Naturbeschreibungen und die dunklen, stillen Momente haben mir richtig gut gefallen. Man merkt einfach, dass Sveistrup weiß, wie man Spannung aufbaut, ohne dauernd Action zu brauchen. Es gab Tage, da wollte ich das Buch gar nicht aus der Hand legen und ich habe gar nicht gemerkt wie die Zeit verflogen ist.
Die meisten Figuren fand ichgroßartig. Niemand ist einfach nur gut oder böse, sondern wirkt menschlich, mit Fehlern, Zweifeln und Ecken und Kanten. Besonders die Ermittler haben mir gefallen, weil sie nicht wie typische Krimihelden wirken, sondern realistisch und manchmal auch überfordert sind.
Interessant war das Buch für mich auch deshalb, weil ich Der Kastanienmann bereits als Netflix-Serie gesehen habe und davon begeistert war. Der Kuckucksjunge knüpft für mich genau an diese düstere, intensive Art an, die ich an Sveistrup so mag.