Mythisch

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rko9010 Avatar

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Hintergrund und Setting

Der Roman spielt auf Muckle Flugga, der nördlichsten bewohnten Insel des Vereinigten Königreichs (Shetland-Inseln). Der dortige Leuchtturm wird als ein fast mythischer, bollwerkartiger Ort beschrieben, der nicht nur Schiffe leitet, sondern auch eine überbordende, teils fantastische Flora und Fauna beherbergt. Die Insel gilt als „Galapagos Schottlands“, bevölkert von realen Tieren und sagenumwobenen Kreaturen.
Die Bewohner von Muckle Flugga

Ouse: Ein junger Mann, der gerade dem Schulalter entwachsen ist. Er ist sensibel, naturverbunden und begabt im Umgang mit Aromen (er ist der Koch der Insel). Ouse flüchtet sich oft in seine Gedankenwelt und führt imaginäre Gespräche mit dem Geist des Schriftstellers Robert Louis Stevenson, der ihm seit dem Tod seiner Mutter als Mentor erscheint.

Der Vater: Ein körperlich robuster, schweigsamer Mann, der sein Leben der harten Arbeit und dem Erhalt des Leuchtturms verschrieben hat. Seit dem Verlust seiner Frau ist er noch wortkarger geworden und betrachtet die Gebäude der Insel eher als Mahnmal der Vergangenheit denn als Zuhause.

Das Leben: Um finanziell zu überleben, nehmen sie gelegentlich Ornithologen als Hausgäste auf – eine Regel des Vaters, da diese als schweigsam und unkompliziert gelten.

Die Figur Firth

Der zweite Erzählstrang stellt Firth vor, einen gescheiterten Schriftsteller aus Edinburgh, der mit Alkohol- und Drogenproblemen sowie Selbsthass kämpft.

Der Wendepunkt: In einer verzweifelten Nacht will Firth von der Forth Rail Bridge in den Tod springen. In letzter Sekunde fliegt ein Basstölpel (Sula bassana) unmittelbar an ihm vorbei.

Das Omen: Der Vogel weckt eine tief vergrabene Kindheitserinnerung an seinen Großvater, der Firth einst von den Wundern Muckle Fluggas erzählte. Firth begreift den Vogel als Zeichen und legt ein Gelübde ab: Er wird nicht sterben, bevor er nach Muckle Flugga gereist ist, um dort den Lieblingsvogel seines Großvaters zu suchen und zu malen.

Themen und Ausblick

Der Text deutet eine schicksalhafte Begegnung an. Der Vater empfindet bei der Eintragung von Firths Namen in die Gästeliste eine unerklärliche Unruhe und Vorahnung. Die Erzählung verbindet raue Naturpoesie mit Themen wie Trauerbewältigung, Einsamkeit und der Suche nach Erlösung.