spannend, dynamisch und fängt die wilde, geheimnisvolle Stimmung der Inse

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vanstralen Avatar

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Schon der Prolog ist wie ein Sog: Muckle Flugga erscheint nicht einfach als Insel, sondern als lebendiges Wesen. Wild, launisch, majestätisch. Der Leuchtturm wirkt wie ein schlagendes Herz inmitten von Sturm, Gischt und Dunkelheit. Die Sprache ist dicht, poetisch, bildgewaltig – man riecht das Salz, hört den Wind, spürt die Kälte.
Besonders berührt hat mich Ouse. Seine Einsamkeit, seine Fantasie, seine Gespräche mit dem Geist von Robert Louis Stevenson – das ist skurril und gleichzeitig zutiefst zärtlich. Inmitten dieser kargen Landschaft entsteht etwas sehr Feines: ein junger Mensch, der sich nach Weite sehnt, während er auf einer der entlegensten Inseln Großbritanniens feststeckt.
Und dann Firth. Sein Auftritt auf der Brücke in Edinburgh hat mich wirklich erschüttert. Diese schonungslose Innenschau, der Selbsthass, die Müdigkeit vom eigenen Scheitern – das ist intensiv, fast schmerzhaft zu lesen. Und doch gibt es diesen Moment mit dem Basstölpel, der alles kippen lässt. Kein kitschiges Wunder, sondern ein leiser, eigensinniger Impuls weiterzuleben. Das hat mich sehr bewegt.
Was mich an der Leseprobe besonders beeindruckt hat, ist die Sprache: kraftvoll, poetisch, manchmal ausschweifend, aber nie beliebig. Man muss sich darauf einlassen – doch wenn man es tut, entfaltet der Text eine enorme Wucht.
Ich bin unglaublich neugierig, wie sich die Wege von Ouse und Firth auf Muckle Flugga kreuzen werden. Diese Insel fühlt sich an wie ein Ort, an dem etwas Entscheidendes passieren muss.