Zwischen Melancholie und Hoffnung

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Der Prolog zieht einen sofort in eine raue, fast mystische Welt hinein. Muckle Flugga wirkt dabei nicht nur wie eine Insel, sondern fast wie eine eigene Figur – windumtost, einsam und gleichzeitig beeindruckend schön. Der Leuchtturm mit seinem „Licht der Sterne“ steht sinnbildlich für Orientierung inmitten von Dunkelheit – draußen wie auch im Inneren der Figuren.

Im Mittelpunkt steht Ouse, ein sensibler, fantasievoller Junge, der sich gedanklich in andere Welten träumt. Sein Vater hingegen ist still, verschlossen und von Trauer geprägt. Zwischen ihnen liegt viel Ungesagtes, aber auch eine leise, spürbare Verbundenheit. Besonders charmant fand ich Ouse’ gedankliche Gespräche mit Robert Louis Stevenson – das hat etwas Poetisches und zeigt, wie sehr er sich nach Weite und Bedeutung sehnt.

Dann ist da noch Firth – eine Figur, die innerlich ziemlich zerrissen wirkt. Seine Gedanken sind düster, selbstkritisch und intensiv. Gleichzeitig merkt man, dass auch in ihm eine Sehnsucht steckt. Ein bestimmter Moment bringt Bewegung in seine Ausweglosigkeit – und führt gedanklich ebenfalls nach Muckle Flugga.

Die Sprache ist bildreich und atmosphärisch, ohne schwer zu wirken. Man spürt sofort die Melancholie, aber auch eine gewisse Hoffnung, die zwischen den Zeilen mitschwingt. Der Einstieg macht neugierig und lässt ahnen, dass hier eine Geschichte beginnt, die von Verlust, Sehnsucht und vielleicht auch von neuen Perspektiven erzählen wird.