Atmosphäre
Michael Pedersens Romandebüt 'Der letzte Leuchtturm', Anfang 2026 im DuMont Buchverlag erschienen (enfl. Originaltitel: 'Muckle Flugga'), ist ein Text, der sich kaum in gängige Kategorien oder Genres pressen lässt. Pedersen, in Schottland vor allem als preisgekrönter junger Lyriker und Poetry-Slammer bekannt, bringt hier seine poetische Handschrift in erzählerische Form – und ebendas prägt das gesamte Leseerlebnis.
Die Geschichte spielt auf der abgelegenen schottischen Insel Muckle Flugga, wo Ouse mit seinem dominanten, schwer zugänglichen Vater den Leuchtturm betreibt; ansonsten wohnt dort niemand. Seit dem Tod der Mutter ist sein Leben von Einsamkeit geprägt. Ouse führt Gespräche mit dem Geist von Robert Louis Stevenson, seines Zeichens schottischer Schriftsteller des viktorianischen Zeitalters, und flüchtet sich in kreative Tätigkeiten wie Zeichnen oder Stricken, um der Enge seines Alltags zu entkommen. Erst mit dem Auftauchen von Firth, einem depressiven Schriftsteller, der sich auf der Insel eine Hütte mietet, gerät dieses fragile Gleichgewicht ins Wanken. Firth erkennt Ouses Talent und sieht in ihm mehr als nur den Sohn eines Leuchtturmwärters. So entwickelt sich ein stiller Konflikt darum, ob Ouse auf der Insel bleiben oder ein anderes Leben beginnen soll oder will.
Das spannende an diesem Roman ist: Die eigentliche „Handlung“ tritt in den Hintergrund. Stattdessen lebt das Buch von seiner Atmosphäre. Das Meer, die Abgeschiedenheit und die raue Natur sind nicht bloß Kulisse, sondern wirken wie eigenständige Kräfte, die das Denken und Fühlen der Figuren bestimmen. Die Geschichte kreist um Fragen wie: Ist es ein erfülltes Leben, einfach in die Fußstapfen der Eltern zu treten? Oder bedeutet Glück, sich davon zu lösen?
Pedersens Stil ist dabei, entsprechend seiner bisherigen Verhaftung in der Lyrik, sehr bildhaft, oft rhythmisch und liest sich manchmal fast wie ein Langgedicht. Perspektiven wechseln fließend, klassische Dialogführung wird aufgebrochen, und vieles bleibt bewusst offen. Das kann faszinierend sein, weil es eine starke Nähe zu den Figuren erzeugt – verlangt aber auch Aufmerksamkeit, da der Text sich nicht 'nebenbei' lesen lässt.
So entsteht insgesamt ein Roman, der weniger erzählt als beschwört. 'Der letzte Leuchtturm' ist keine Geschichte, die von steilen dramaturgischen Wendungen lebt, sondern eine, die sich langsam entfaltet – getragen von Sprache, Stimmung und inneren Konflikten. Wer sich darauf einlässt, findet ein intensives, stellenweise eigenwilliges Buch über Herkunft, Selbstbestimmung und die leise, aber entscheidende Frage, wann man den eigenen Weg einschlägt.
Die Geschichte spielt auf der abgelegenen schottischen Insel Muckle Flugga, wo Ouse mit seinem dominanten, schwer zugänglichen Vater den Leuchtturm betreibt; ansonsten wohnt dort niemand. Seit dem Tod der Mutter ist sein Leben von Einsamkeit geprägt. Ouse führt Gespräche mit dem Geist von Robert Louis Stevenson, seines Zeichens schottischer Schriftsteller des viktorianischen Zeitalters, und flüchtet sich in kreative Tätigkeiten wie Zeichnen oder Stricken, um der Enge seines Alltags zu entkommen. Erst mit dem Auftauchen von Firth, einem depressiven Schriftsteller, der sich auf der Insel eine Hütte mietet, gerät dieses fragile Gleichgewicht ins Wanken. Firth erkennt Ouses Talent und sieht in ihm mehr als nur den Sohn eines Leuchtturmwärters. So entwickelt sich ein stiller Konflikt darum, ob Ouse auf der Insel bleiben oder ein anderes Leben beginnen soll oder will.
Das spannende an diesem Roman ist: Die eigentliche „Handlung“ tritt in den Hintergrund. Stattdessen lebt das Buch von seiner Atmosphäre. Das Meer, die Abgeschiedenheit und die raue Natur sind nicht bloß Kulisse, sondern wirken wie eigenständige Kräfte, die das Denken und Fühlen der Figuren bestimmen. Die Geschichte kreist um Fragen wie: Ist es ein erfülltes Leben, einfach in die Fußstapfen der Eltern zu treten? Oder bedeutet Glück, sich davon zu lösen?
Pedersens Stil ist dabei, entsprechend seiner bisherigen Verhaftung in der Lyrik, sehr bildhaft, oft rhythmisch und liest sich manchmal fast wie ein Langgedicht. Perspektiven wechseln fließend, klassische Dialogführung wird aufgebrochen, und vieles bleibt bewusst offen. Das kann faszinierend sein, weil es eine starke Nähe zu den Figuren erzeugt – verlangt aber auch Aufmerksamkeit, da der Text sich nicht 'nebenbei' lesen lässt.
So entsteht insgesamt ein Roman, der weniger erzählt als beschwört. 'Der letzte Leuchtturm' ist keine Geschichte, die von steilen dramaturgischen Wendungen lebt, sondern eine, die sich langsam entfaltet – getragen von Sprache, Stimmung und inneren Konflikten. Wer sich darauf einlässt, findet ein intensives, stellenweise eigenwilliges Buch über Herkunft, Selbstbestimmung und die leise, aber entscheidende Frage, wann man den eigenen Weg einschlägt.