Ein bildgewaltiges Buch in einer sehr schönen Sprache ...

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DER LETZTE LEUCHTTURM
Michael Pedersen
ET: 18.03.26

Ouse wächst auf der Insel Muckle Flugga auf, der nördlichsten der Shetlandinseln. Das Leben dort ist isoliert, hart und vom Wetter bestimmt – meist stürmisch und nass. Doch nicht nur die äußeren Umstände prägen den jungen Mann, sondern vor allem sein gewalttätiger und jähzorniger Vater. Seit dem Tod der Mutter hat er sich verändert. Wirklich empathisch war er wohl nie, doch vielleicht gab es früher noch Spuren von Wärme – heute sind auch diese verschwunden.

Der Vater lebt in starren, patriarchalen Strukturen. Er ist der „Mann“ auf der Insel, der Macher, und ohne ihn würde der letzte nicht automatisch betriebene Leuchtturm nicht leuchten. Sein Sohn ist ihm zu weich, zu sensibel – Eigenschaften, die er der Mutter zuschreibt. Nur wenn der Whisky seine Gedanken benebelt, erlaubt er sich einen flüchtigen Blick zurück. Ansonsten prägt er Ouse immer wieder ein, wie gefährlich das Meer ist – und dass er eines Tages selbst den Leuchtturm übernehmen wird.

Alles verändert sich, als der Schriftsteller Firth aus Edinburgh das kleine Haus auf der Insel mietet. Lebensmüde und rastlos trifft er auf Ouse, und zwischen den beiden entsteht nach und nach eine vorsichtige, zarte Verbindung. Sie verbringen immer mehr Zeit miteinander – und bringen damit Bewegung in eine Welt, die zuvor festgefahren schien.

Was aus dieser Annäherung wird, müsst ihr selbst herausfinden.

Ja, ihr lieben Bookies, der Einstieg war für mich ziemlich sperrig. Ehrlich gesagt hatte ich das Buch schon zur Seite gelegt. Aber die liebe Elvira hat mich dazu gebracht, ihm noch eine Chance zu geben – und das war genau richtig.

Dieses Buch lebt vor allem von seiner Sprache. Was mir anfangs zu viel und zu poetisch war, wurde mit der Zeit zu etwas fast Musikalischem. Die Bilder sind unglaublich stark – egal ob Landschaft, Meer oder Figuren. Die Nähe zum Wasser, die Rauheit der Natur spiegeln sich in jedem Satz wider und verleihen der Geschichte eine ganz eigene, besondere Atmosphäre. Anders, vielleicht ein wenig exzentrisch – aber genau das macht es aus.

Fazit:
Ein atmosphärisches, bildgewaltiges und nachdenkliches Buch mit einer außergewöhnlichen Sprache – perfekt für alle, die sich auf etwas Eigenwilliges einlassen möchten.
3½/5