Ein Juwel für geduldige Entdecker

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josephine5 Avatar

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Puh – nach diesem Roman muss man tatsächlich erst einmal tief durchschnaufen. „Der letzte Leuchtturm“ ist kein Buch für zwischendurch und definitiv nichts für Leser, die einen rasanten Plot mit ständigen Wendungen suchen. Wer hier „hastig blättert“, wird enttäuscht werden. Wer sich jedoch auf die Zwischentöne und die tiefe, oft chaotische Gefühlswelt der Figuren einlässt, findet ein kleines Juwel.

Schon die Haptik des Buches – die raue Oberfläche des Covers – bereitet einen perfekt auf den Inhalt vor. Ouse ist eine Figur, die einem sofort ans Herz wächst. Seine Authentizität und seine stille Art, der Welt zu begegnen, sind tief berührend. Das Tauziehen zwischen dem schwermütigen Autor Firth aus Edinburgh und dem hartherzigen Vater ist kein lauter Kampf, sondern ein psychologisch fein gezeichnetes Drama.

Es ist ein Buch, das einem viel abverlangt, weil es keine einfachen Antworten liefert. Aber genau diese „Arbeit“ beim Lesen macht die Geschichte so wertvoll.