Ein Roman wie Wetter: rau, schön und voller Nachhall
Schon optisch ist „Der letzte Leuchtturm“ ein Buch, das Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Gestaltung passt wunderbar zum Inhalt: rau, elegant, ein wenig entrückt und dabei sehr stimmig. Für mich war sofort spürbar, dass hier nicht nur eine Geschichte erzählt werden soll, sondern dass auch das Buch als Objekt mit viel Gespür gemacht wurde. Gerade bei einem Roman, der so stark von Ort und Atmosphäre lebt, macht das viel aus.
Inhaltlich führt uns Michael Pedersen auf eine abgelegene Insel der Shetlands, wo ein Vater und sein Sohn Ouse ein zurückgezogenes Leben am Leuchtturm führen. Viel mehr muss man über die Handlung eigentlich gar nicht wissen, denn die Stärke des Romans liegt nicht in spektakulären Wendungen, sondern in seinen Zwischentönen. Es geht um Einsamkeit, Herkunft, Verlust, Nähe, künstlerische Begabung und die Frage, ob man im Vertrauten bleiben oder den Mut zum Aufbruch finden soll. Diese Themen sind sehr fein und eindringlich umgesetzt.
Besonders beeindruckt hat mich der Schreibstil. Pedersen schreibt poetisch, bildhaft und mit einer ganz eigenen Sprachmelodie. Das ist kein Roman, den man hastig nebenbei liest. Man muss sich auf den Ton einlassen, auf die Atmosphäre, auf die Sprache. Genau das habe ich aber als große Stärke empfunden. Die Naturbeschreibungen, die raue Inselwelt und das Wetter sind so präsent, dass die Landschaft fast selbst zu einer Figur wird. Selten hat sich ein Setting für mich so lebendig angefühlt.
Auch die Figuren haben mich überzeugt. Ouse ist eine wunderbar gezeichnete Hauptfigur: sensibel, eigen, kreativ und in seiner inneren Zerrissenheit sehr glaubwürdig. Aber auch die anderen Figuren wirken nicht bloß als Gegenpole oder Handlungsträger, sondern vielschichtig und menschlich. Gerade das macht den Roman so stark: Er urteilt nicht vorschnell, sondern lässt seinen Figuren ihre Widersprüche.
Interessant war das Buch für mich vor allem deshalb, weil es sich wohltuend von vielen zeitgenössischen Romanen abhebt. Es ist sprachlich mutig, atmosphärisch dicht und emotional klug erzählt. Außerdem merkt man, dass hier ein Autor schreibt, der ein echtes Gefühl für Klang und Rhythmus hat. Ein ausdrückliches Lob verdient für mich auch der Übersetzer Stephan Kleiner, der diese besondere Sprache sehr überzeugend ins Deutsche übertragen hat. Solche Übersetzungen tragen ein Buch ganz wesentlich mit.
Fazit:
„Der letzte Leuchtturm“ ist ein Roman, auf den man sich einlassen muss – aber genau das lohnt sich. Wer literarische, atmosphärische und sprachlich markante Bücher schätzt, wird hier sehr viel finden. Ich empfehle das Buch besonders Leser*innen, die Figurenromane mit Tiefgang mögen und Freude an besonderer Sprache haben. Für mich war das ein eindrucksvolles, ungewöhnliches und sehr stimmiges Leseerlebnis.
Inhaltlich führt uns Michael Pedersen auf eine abgelegene Insel der Shetlands, wo ein Vater und sein Sohn Ouse ein zurückgezogenes Leben am Leuchtturm führen. Viel mehr muss man über die Handlung eigentlich gar nicht wissen, denn die Stärke des Romans liegt nicht in spektakulären Wendungen, sondern in seinen Zwischentönen. Es geht um Einsamkeit, Herkunft, Verlust, Nähe, künstlerische Begabung und die Frage, ob man im Vertrauten bleiben oder den Mut zum Aufbruch finden soll. Diese Themen sind sehr fein und eindringlich umgesetzt.
Besonders beeindruckt hat mich der Schreibstil. Pedersen schreibt poetisch, bildhaft und mit einer ganz eigenen Sprachmelodie. Das ist kein Roman, den man hastig nebenbei liest. Man muss sich auf den Ton einlassen, auf die Atmosphäre, auf die Sprache. Genau das habe ich aber als große Stärke empfunden. Die Naturbeschreibungen, die raue Inselwelt und das Wetter sind so präsent, dass die Landschaft fast selbst zu einer Figur wird. Selten hat sich ein Setting für mich so lebendig angefühlt.
Auch die Figuren haben mich überzeugt. Ouse ist eine wunderbar gezeichnete Hauptfigur: sensibel, eigen, kreativ und in seiner inneren Zerrissenheit sehr glaubwürdig. Aber auch die anderen Figuren wirken nicht bloß als Gegenpole oder Handlungsträger, sondern vielschichtig und menschlich. Gerade das macht den Roman so stark: Er urteilt nicht vorschnell, sondern lässt seinen Figuren ihre Widersprüche.
Interessant war das Buch für mich vor allem deshalb, weil es sich wohltuend von vielen zeitgenössischen Romanen abhebt. Es ist sprachlich mutig, atmosphärisch dicht und emotional klug erzählt. Außerdem merkt man, dass hier ein Autor schreibt, der ein echtes Gefühl für Klang und Rhythmus hat. Ein ausdrückliches Lob verdient für mich auch der Übersetzer Stephan Kleiner, der diese besondere Sprache sehr überzeugend ins Deutsche übertragen hat. Solche Übersetzungen tragen ein Buch ganz wesentlich mit.
Fazit:
„Der letzte Leuchtturm“ ist ein Roman, auf den man sich einlassen muss – aber genau das lohnt sich. Wer literarische, atmosphärische und sprachlich markante Bücher schätzt, wird hier sehr viel finden. Ich empfehle das Buch besonders Leser*innen, die Figurenromane mit Tiefgang mögen und Freude an besonderer Sprache haben. Für mich war das ein eindrucksvolles, ungewöhnliches und sehr stimmiges Leseerlebnis.