etwas sehr langatmig

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ringelblume Avatar

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Der Debutroman des Autors ist keine leichte Kost: die begrenzte Anzahl der Protagonisten (4 plus ein Geist eines bekannten Schriftstellers) und der sehr begrenzte Handlungsraum (2,3 ha) schaffen ein Grundgerüst, dass eher für ein Märchen oder eine Fabel geeignet scheint. Wer eine maritime Abenteuergeschichte voller Salzluft erwartet, wird eher enttäuscht. Der Roman erinnert an die Romane der französischen Romantiker: lange Passagen der intensiven Innenschau, die häufig Alltägliches zu existenziellem Philosophieren aufwerten – oder aufbauschen? Besonders störend ist, dass die Gedankenwelten der Protagonisten so gar nicht zu deren Herkunft und Bildungsweg passen wollen. Aus diesem Schwerpunkt der Innenschau ergibt sich nahezu zwangsläufig, dass das Buch über lange Passagen bar jeglicher Handlung ist. Dass auch noch ein Vogel Strauss, der in einer Meereshöhle auf einer noch kleineren Insel im Nordatlantik gehalten wird, in Erscheinung tritt, passt zu einer Groteske, was dieser Roman aber nicht sein möchte.

Kurz: ein sehr spezielles Buch, das meines Erachtens in sich nicht stimmig ist und über arge Längen verfügt.