gewaltig

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sollingschnecke Avatar

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Wow, was für eine Sprache!

"Auf nach Muckle Flugga - um erst zu malen und dann zu sterben", so kommt der lebensmüde und melancholische Firth auf die Insel, um sich den Basstölpeln malerisch zu widmen. Hier trifft er auf seine Quartiergeber Ouse und dessen Vater, den Leuchtturmwärter. Ouse ist ein herzlicher und zarter Junge, der sich für Nadelarbeiten (gerne mit Glitzer) interessiert. Seit dem Tod der Mutter ist er alleine mit dem Vater und dem Geist von RLS, dem bekannten Autor Robert Louis Stevenson. Der Vater hingegen ist robuster Natur. Er ist verbittert, feindselig, ruhelos, starrsinnig und auch zornig. Die Arbeit in der rauhen und gewaltigen Natur ist beschwerlich und der Vater zählt auf die Unterstützung von Ouse. Er fühlt sich von allen anderen verraten und verlassen und "Ouse, seinen Sohn, wird er schulen. Er darf ihn nicht im Stich lassen. Nein, das darf er nicht.". Und dann kommt Firth auf die Insel...
Ich habe etwas gebraucht, um mich in diese sehr lyrische Sprache einzulesen. Es ist unglaublich, wie der Autor Michael Pedersen in "Der letzte Leuchtturm" aus dem Dumontverlag mit der Sprache spielt und so unfassbar schöne Beschreibungen und bildliche Ausschmückungen einsetzt. Mir hat das sehr, sehr gut gefallen. Was für eine Kunst!
Die verschiedenen Charaktere beschreibt der Autor so genau, dass man glaubt, man kennt sie persönlich. Gut gefallen hat mir auch die Randfigur Figgie. Sie war mir gleich sympathisch. Es handelt sich um den Debütroman von Michael Pedersen. Ich denke, dass man noch viel von ihm hören wird.
Das Cover finde ich sehr passend gewählt. Alles an diesem Buch ist irgendwie gewaltig: das Cover, die Natur, die Sprache! Und ganz nebenbei macht die Geschichte auch noch Lust auf Schottland!