Pflichtlektüre im Deutschunterricht von der schlechten Sorte
Michael Pedersens „Der letzte Leuchtturm“ (OT: Muckle Fugga) hat mich genervt. In der Leseprobe konnte ich der - im besten Falle poetischen - Schreibweise noch einiges abgewinnen. Sie transportierte automatisch Atmosphäre und das zog mich in den Bann des Romans. Der Geist Robert Louis Stevensons ist ein imaginärer Freund von unserem jungen Protagonisten Ouse. Auf Seite 2026 spricht der nur RLS genannte verstorbene Schriftsteller: […] Mein Leib schwand jung, und hätte er noch nur einige Jahre mehr gehabt, dann hätte er auch meine Heiterkeit noch gefangen genommen […] Und ich dachte „Na gut, der Kerl hat Ende des 19. Jahrhunderts gelebt, da spricht man nun mal so.“
Falsch gedacht. Sämtliche 377 Seiten sind durchzogen von einer geschwollenen, gewollt poetischen Sprache, die dazu führt, dass ich doppelt so lang brauchte, eine Seite zu lesen. Es war mühsam, sehr mühsam.
Seite 84-86 kann ich hier aufgrund der Länge der Passage nicht zitieren. Zusammengefasst wird zwei Seiten lang von einem Teppich erzählt. Zwei. Seiten. Einige Seiten später beschreibt der Autor den anderen Protagonisten Firth dann folgendermaßen: „Er trassiert sein zerebrales Netzwerk um und widmet sich dieser Abfrage, mit der er besser umzugehen weiß.“ Da war bei mir alles vorbei. Entweder ist das Buch vom Thesaurus gesponsert oder Pedersen liebt Synonyme wie kein zweiter. Andererseits kann es auch der Dichter in ihm sein, der noch nicht gelernt hat, ein Romanautor zu sein (oder das Lektorat oder die Übersetzung). Ein Körper wird in diesem Buch völlig unironisch und metapherfrei „Knochensack“ genannt, dabei hätte es „Körper“ auch getan.
Die direkte Rede vom Vater, unserem dritten Protagonisten, ist gespickt von vermeintlich schottischem Dialekt, der ins Deutsche übersetzt sehr holprig anmutet. Er soll salopper klingen, lockerer. Seine Wortwahl sagt dies nicht aus. Und selbst, wenn Ouse und Firth einige Gläser Rum intus haben, sprechen Sie als befänden sie sich in einem Poetikwettbewerb.
Ich habe mich schwer getan mit „Der letzte Leuchtturm“. Die Prämisse klang wie auf mich zugeschnitten, am Cover kann ich mich nicht sattsehen und die gesamte Gestaltung des Printcovers ist ein Traum. Das Innere hingegen, hat mich emotional nicht einmal annähernd erreicht. Ich freue mich für jede/n Leser/in, denen es anders geht, für mich war das ein Reinfall.
Falsch gedacht. Sämtliche 377 Seiten sind durchzogen von einer geschwollenen, gewollt poetischen Sprache, die dazu führt, dass ich doppelt so lang brauchte, eine Seite zu lesen. Es war mühsam, sehr mühsam.
Seite 84-86 kann ich hier aufgrund der Länge der Passage nicht zitieren. Zusammengefasst wird zwei Seiten lang von einem Teppich erzählt. Zwei. Seiten. Einige Seiten später beschreibt der Autor den anderen Protagonisten Firth dann folgendermaßen: „Er trassiert sein zerebrales Netzwerk um und widmet sich dieser Abfrage, mit der er besser umzugehen weiß.“ Da war bei mir alles vorbei. Entweder ist das Buch vom Thesaurus gesponsert oder Pedersen liebt Synonyme wie kein zweiter. Andererseits kann es auch der Dichter in ihm sein, der noch nicht gelernt hat, ein Romanautor zu sein (oder das Lektorat oder die Übersetzung). Ein Körper wird in diesem Buch völlig unironisch und metapherfrei „Knochensack“ genannt, dabei hätte es „Körper“ auch getan.
Die direkte Rede vom Vater, unserem dritten Protagonisten, ist gespickt von vermeintlich schottischem Dialekt, der ins Deutsche übersetzt sehr holprig anmutet. Er soll salopper klingen, lockerer. Seine Wortwahl sagt dies nicht aus. Und selbst, wenn Ouse und Firth einige Gläser Rum intus haben, sprechen Sie als befänden sie sich in einem Poetikwettbewerb.
Ich habe mich schwer getan mit „Der letzte Leuchtturm“. Die Prämisse klang wie auf mich zugeschnitten, am Cover kann ich mich nicht sattsehen und die gesamte Gestaltung des Printcovers ist ein Traum. Das Innere hingegen, hat mich emotional nicht einmal annähernd erreicht. Ich freue mich für jede/n Leser/in, denen es anders geht, für mich war das ein Reinfall.