Poetisch und sanft

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Das sanfte Cover, gezeichnet und leicht ausgeblichen, so stelle ich mir Muckle Flugga bei schönen Wetter vor. Der junge Firth, des Lebens müde und nun auf seiner geplanten letzten Reise, die er aufgrund eines Versprechens antritt, hat da weniger Glück, denn die Insel, die zu den Shetland Inseln gehört, zeigt sich wettermässig weniger sanft. Genauso ungemütlich ist der Empfang vor Ort. Nur Ouse und sein Vater leben auf Muckle Fugga und kümmern sich um den Leuchtturm, Ouse‘ Mutter ist schon längst verstorben. Während Firth schnell Zugang zum Sohn bekommt, der sanftmütig und künstlerisch veranlagt ist, kann er die raue Schale des Leuchtturmwärters nicht durchdringen. Als Firth Ouse‘ ausserordentliches Talent entdeckt, möchte er den Jungen mitnehmen nach Edinburgh, um ihm eine alternative Zukunft zu zeigen.
Diese Ausgangssituation bringt einige menschliche Unwägbarkeiten der Beziehungen und Konflikte zutage, aber das, was das Buch wirklich ausmacht, ist die Sprache. Lyrisch, verspielt, so verlangt sie volle Aufmerksamkeit. Nur so lassen sich die Figuren und ihre Gedanken erfassen - und die wundersame (un)wirtliche Welt. Eine Herausforderung für die Übersetzung, die - ohne dass ich das Original kenne - äusserst gelungen scheint.