Spielerei
Der Roman Der letzte Leuchtturm spielt auf der abgelegenen Insel Muckle Flugga im Norden Schottlands und konzentriert sich auf drei Figuren: den verwitweten Leuchtturmwärter, seinen Sohn Ouse, der in seine Fußstapfen treten soll, und den Schriftsteller Firth, der angeblich zur Erholung anreist. Tatsächlich hat er jedoch mit dem Plan, sich auf der Insel das Leben zu nehmen.
Die äußere Handlung bleibt dabei eher zurückhaltend. Es gibt keine großen Wendungen oder dramatischen Ereignisse. Stattdessen entfaltet sich die Geschichte im Mikrokosmos der Insel und in den Spannungen zwischen den Figuren. Besonders das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ist von Härte geprägt. Seit dem Tod seiner Frau ist der Vater jähzornig geworden, was vor allem Ouse zu spüren bekommt. Auch die Begegnung mit dem sensiblen und innerlich zerrissenen Firth verläuft entsprechend konfliktreich.
Was diesen Roman jedoch vor allem kennzeichnet, ist sein Umgang mit Sprache. Michael Petersen stellt die sprachliche Gestaltung deutlich in den Vordergrund. Sprachspielereien, ungewöhnliche Metaphern und eigenwillige Formulierungen prägen den Text. Das kann stellenweise faszinierend und originell wirken, führt jedoch oft zu einem Übermaß, das die Lesbarkeit erheblich erschwert.
Immer wieder stößt man auf Passagen, die so komplex oder überladen formuliert sind, dass man sie mehrfach lesen muss, um ihren Sinn überhaupt zu erfassen. Ein Beispiel ist auf Seite 292 die Formulierung: „Firth bemerkt, dass weite Teile dieses Bereichs schon zu nichts weiter als furzenden Mundstücken verkommen sind, die sich zu einem kollektiven Saufgulasch zusammenbechern.“ Solche Sätze hinterlassen weniger Klarheit als vielmehr Ratlosigkeit.
Zwar gewöhnt man sich mit der Zeit etwas an diesen Stil, doch stellt sich die Frage, ob Sprache hier noch als Mittel zur Verständigung dient oder zum Selbstzweck wird. Literarische Experimentierfreude ist grundsätzlich begrüßenswert, doch sollte sie nicht zu Lasten der Verständlichkeit gehen. Worte sollten nicht nur grammatisch korrekt, sondern auch sinnstiftend miteinander verbunden sein.
Insgesamt ist "Der letzte Leuchtturm" ein Roman, der durch seine Atmosphäre und seine ungewöhnliche sprachliche Gestaltung auffällt, dabei jedoch inhaltlich eher zurückhaltend bleibt. Wer Freude an sprachlichen Experimenten hat, könnte Gefallen daran finden. Leserinnen und Leser, die Wert auf Klarheit und erzählerischen Fluss legen, könnten hingegen an ihre Grenzen stoßen.
Ich finde sprachliche Experimente in Maßen eingesetzt gut. Hier ist wurde dieses Maß jedoch meiner Meinung nach überzogen.
Die äußere Handlung bleibt dabei eher zurückhaltend. Es gibt keine großen Wendungen oder dramatischen Ereignisse. Stattdessen entfaltet sich die Geschichte im Mikrokosmos der Insel und in den Spannungen zwischen den Figuren. Besonders das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ist von Härte geprägt. Seit dem Tod seiner Frau ist der Vater jähzornig geworden, was vor allem Ouse zu spüren bekommt. Auch die Begegnung mit dem sensiblen und innerlich zerrissenen Firth verläuft entsprechend konfliktreich.
Was diesen Roman jedoch vor allem kennzeichnet, ist sein Umgang mit Sprache. Michael Petersen stellt die sprachliche Gestaltung deutlich in den Vordergrund. Sprachspielereien, ungewöhnliche Metaphern und eigenwillige Formulierungen prägen den Text. Das kann stellenweise faszinierend und originell wirken, führt jedoch oft zu einem Übermaß, das die Lesbarkeit erheblich erschwert.
Immer wieder stößt man auf Passagen, die so komplex oder überladen formuliert sind, dass man sie mehrfach lesen muss, um ihren Sinn überhaupt zu erfassen. Ein Beispiel ist auf Seite 292 die Formulierung: „Firth bemerkt, dass weite Teile dieses Bereichs schon zu nichts weiter als furzenden Mundstücken verkommen sind, die sich zu einem kollektiven Saufgulasch zusammenbechern.“ Solche Sätze hinterlassen weniger Klarheit als vielmehr Ratlosigkeit.
Zwar gewöhnt man sich mit der Zeit etwas an diesen Stil, doch stellt sich die Frage, ob Sprache hier noch als Mittel zur Verständigung dient oder zum Selbstzweck wird. Literarische Experimentierfreude ist grundsätzlich begrüßenswert, doch sollte sie nicht zu Lasten der Verständlichkeit gehen. Worte sollten nicht nur grammatisch korrekt, sondern auch sinnstiftend miteinander verbunden sein.
Insgesamt ist "Der letzte Leuchtturm" ein Roman, der durch seine Atmosphäre und seine ungewöhnliche sprachliche Gestaltung auffällt, dabei jedoch inhaltlich eher zurückhaltend bleibt. Wer Freude an sprachlichen Experimenten hat, könnte Gefallen daran finden. Leserinnen und Leser, die Wert auf Klarheit und erzählerischen Fluss legen, könnten hingegen an ihre Grenzen stoßen.
Ich finde sprachliche Experimente in Maßen eingesetzt gut. Hier ist wurde dieses Maß jedoch meiner Meinung nach überzogen.