Sprachlich und atmosphärisch high level, aber...

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karolina_hruskova Avatar

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»Der letzte Leuchtturm« macht es mir besonders schwer. Ich wollte es so sehr mögen, aber konnte es einfach nicht. Schlecht fand ich es aber auch nicht.

Sprachlich war Michael Pedersens Debütroman eine Wucht mit großem Wiedererkennungswert. Poetisch und detailreich liest man die Geschichte von Ouse, seinem Vater und Firth. Pedersen schafft es dabei, die Melancholie allgegenwärtig wirken zu lassen. Alle drei Männer tragen ein schweres Päckchen mit sich und sind auf ihre Art gebrochen, was atmosphärisch wirkungsvoll umgesetzt wurde. Die Grundstimmung war auch aufgrund des Settings sehr getrübt.

Ich bin aber ratlos: Die Geschichte hat mir im Gegensatz dazu nicht zugesagt. Die beeindruckende Sprache hat zu sehr davon abgelenkt, hat mich nie komplett durch die Oberfläche tauchen lassen. Die Handlung und vor allem die vielen Gedanken und Eindrücke der Figuren (allen voran Firth) folgten nicht nur keinem roten Faden, sondern waren ein ständiges auf und ab, hin und her, vor und zurück - und das parallel in den verschiedensten Farben. Vieles war mir zu lang, ohne nennenswerten Beitrag zum Gesamtbild.

Wahrscheinlich entfaltet sich die Geschichte erst nach dem zweiten oder dritten Mal lesen so richtig. Und ich weiß wirklich nicht, wie ich den Roman nun bewerten soll. Sprachlich zeigt Pedersen großes Talent und persönlich liebe ich auch schroffe Charaktere, raue Natur und Meereslandschaften - hier kommt man absolut auf seine Kosten. Aber das, was abgesehen von der Sprache und Atmosphäre übrig bleibt, konnte mich am Ende leider nicht überzeugen.