Wortgewaltig

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miss marple 64 Avatar

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Die Insel Muckle Flugga bot jahrhundertelang gleichzeitig mehreren Leuchtturmwärtern mit ihren riesigen Familien eine Heimat. Nun lebt nur noch ein Vater mit seinem Sohn auf der Insel. Beide haben sich nicht wirklich viel zu sagen und so geht jeder seiner Arbeit nach- der Vater mit dem Instandsetzen und Pflegen des Leuchtturms und der Sohn mit allen weiteren Aufgaben, die für ihr tägliches Leben anfallen. Gemeinsamer Treffpunkt ist die Küche, in der aber auch die Mahlzeiten meist schweigend eingenommen werden. Einzige Abwechslung bieten zahlende Gäste, meistens Vogelbeobachter, denn diese haben meistens auch wenig zu sagen. In ihrer Gegenwart fühlt sich Ouse wohl, besonders als Firth kommt, der sein eigenes Päckchen mit Altlasten seines Lebens zu tragen hat. Er erkennt Ouses künstlerisches Talent und regt ihn an, mit nach Edinburgh zu kommen.
Der Autor präsentiert einen wortgewaltigen Roman. Der Leser wird schier überschüttet mit einer Sprache, die ähnlich der Naturgewalten die Insel nun den Leser trifft. Wir erkunden jede Ecke des Eilandes, wissen, wo jeder Vorfahre je seinen Fuß hingesetzt hat und vor allem kennen wir Ouses Verstecke, in die er sich zurückzieht und lange Gespräche mit seinem imaginären Freund Robert Louise Stevenson führt. Dieses Buch fordert vom Leser Geduld, Lesepausen sind angebracht, um die eigenwillige Sprache- übrigens wunderbar ins Deutsche übersetzt- und die Geschichte auf sich wirken zu lassen.