Ein Sommer, in dem Freiheit verschwindet
Schon die ersten Seiten von Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider entfalten eine eindringliche, poetische Atmosphäre. Erzählt wird aus der Perspektive des vierzehnjährigen Noah, dessen Alltag sich schleichend, aber unwiderruflich verändert, als ein totalitäres Regime die Stadt übernimmt. Die Unruhe der Tauben am Himmel, das Dröhnen der Hubschrauber und der aufsteigende Rauch sind starke Bilder für einen Umbruch, der zunächst kaum begreifbar ist.
Besonders berührend ist der Kontrast zwischen Noahs kindlicher Wahrnehmung und der brutalen Realität, die immer tiefer in sein Leben eindringt. Ob beim Schwärzen von Frauenkörpern auf Produktverpackungen im Laden des Vaters oder beim Schweigen der Erwachsenen - die Anpassung an neue Regeln wirkt erschreckend alltäglich. Khider beschreibt diese Prozesse ruhig, fast beiläufig, und gerade dadurch umso beklemmender. Gewalt und Willkür stehen nie plakativ im Vordergrund, sondern zeigen sich in kleinen, scheinbar nebensächlichen Momenten.
Ein zentrales, sehr starkes Motiv sind die Tauben. In ihrer Treue, ihrem Heimfinden und ihrer Verletzlichkeit spiegeln sie Noahs Sehnsucht nach Freiheit, Zugehörigkeit und Beständigkeit. Die Szenen rund um Regenbogen und Tänzer gehören zu den eindrucksvollsten der Leseprobe und verleihen dem Text eine große emotionale Tiefe. Gleichzeitig blitzt immer wieder feiner Humor auf, etwa in Noahs Gedanken oder Dialogen, der dem Roman eine besondere Wärme gibt.
Die Leseprobe macht deutlich, dass Der letzte Sommer der Tauben vom Verlust der Kindheit erzählt, ohne je pathetisch zu werden. Ich möchte unbedingt weiterlesen, weil dieser Roman leise, klug und sehr eindringlich zeigt, wie politische Gewalt in den Alltag einsickert - und was sie mit einem jungen Menschen macht.
Besonders berührend ist der Kontrast zwischen Noahs kindlicher Wahrnehmung und der brutalen Realität, die immer tiefer in sein Leben eindringt. Ob beim Schwärzen von Frauenkörpern auf Produktverpackungen im Laden des Vaters oder beim Schweigen der Erwachsenen - die Anpassung an neue Regeln wirkt erschreckend alltäglich. Khider beschreibt diese Prozesse ruhig, fast beiläufig, und gerade dadurch umso beklemmender. Gewalt und Willkür stehen nie plakativ im Vordergrund, sondern zeigen sich in kleinen, scheinbar nebensächlichen Momenten.
Ein zentrales, sehr starkes Motiv sind die Tauben. In ihrer Treue, ihrem Heimfinden und ihrer Verletzlichkeit spiegeln sie Noahs Sehnsucht nach Freiheit, Zugehörigkeit und Beständigkeit. Die Szenen rund um Regenbogen und Tänzer gehören zu den eindrucksvollsten der Leseprobe und verleihen dem Text eine große emotionale Tiefe. Gleichzeitig blitzt immer wieder feiner Humor auf, etwa in Noahs Gedanken oder Dialogen, der dem Roman eine besondere Wärme gibt.
Die Leseprobe macht deutlich, dass Der letzte Sommer der Tauben vom Verlust der Kindheit erzählt, ohne je pathetisch zu werden. Ich möchte unbedingt weiterlesen, weil dieser Roman leise, klug und sehr eindringlich zeigt, wie politische Gewalt in den Alltag einsickert - und was sie mit einem jungen Menschen macht.