Mit ganz feiner Feder geschrieben

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regina1960 Avatar

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"Der letzte Sommer der Tauben" liest sich wunderbar leicht, wenngleich die thematische Schwere unverkennbar ist und gnadenlos deutlich wird. Autor Abbas Khider hat es von Beginn an geschafft, mich vollständig in die Geschichte eintauchen zu lassen. In eine Welt, die mir gänzlich fremd ist, und die sich für den 14 Jahre alten Noah von Tag zu Tag mehr zu verändern scheint. Während über der Stadt die Helikopter des Kalifats ihre Runden drehen, tun es noch Noahs Tauben, seine Leidenschaft. Seinem Vater hilft er im Laden, die Gesellschaft ist im Umbruch, über Allem schwelt die willkürliche Gewalt der Diktatur, was heute gilt, ist morgen verboten. Dennoch schafft es Noah, ab und an einen flapsigen Spruch loszulassen, das seinem Vater wenigstens gelegentlich ein kleines Lächeln auf den Lippen entlockt. Denn ansonsten wird das Leben von Tag zu Tag gefährlicher, auf diese Reise nimmt uns Abbas Khider leise, dennoch bestimmt mit. Ich bin beeindruckt von seiner wundervollen, poetischen, einnehmenden Schreibweise. Das Buchcover ist ebenso still und leise und sagt dennoch so viel aus.