Berührend
Der letzte Sommer der Tauben ist mein erstes Buch von Abbas Khider, ich habe diesen berührenden Coming-of-Age Roman über das Ende einer Kindheit im Irak in kurzer Zeit verschlungen.
Noah, 14, lebt mit seinen Eltern und seiner Schwester Suad im „Taubenpalast“, sein Stadtviertel wird so genannt, da auf jedem vierten Dach ein Taubenschlag steht. Alles, was das Leben schöner macht, ist verboten: Partys, Musik, Fußballübertragungen, Brett- und Kartenspiele, Fernsehen, Handys, Zigaretten und Alkohol. „Vieles, was einst selbstverständlich war, ist heute ein Verbrechen. Eine Feier kann ein Todesurteil sein.“
Frauen dürfen ihre Berufe nicht ausüben, so auch Suad, die BWL studiert hatte und bei der Stadt angestellt war. Ihr Mann ist Polizist und wird in ein Umerziehungslager geschickt, ihre Freundin Karima darf zwar wieder als Lehrerin arbeiten, muss aber vorher an einem Workshop teilnehmen, dem Kalifen Treue schwören und eine Reueerklärung unterschreiben, in der sie bestätigt, dass sie es bereut, für die alte Regierung als Lehrerin gearbeitet zu haben.
Noahs Onkel Ali wohnt nebenan, er hat seine Liebe zu Tauben an seinen Neffen weitergegeben. Bis vor kurzem betrieb er ein Café, das er jetzt schließen muss.
Über Tauben wusste ich bisher so gut wie nichts, das hat sich nach diesem Buch geändert. Es sind soziale Tiere, die aufeinander achten. „In einem Taubenschlag existiert keine Hierarchie. Eine ältere Taube, die nicht mehr die gewohnte Höhe erreicht, wird nicht zurückgelassen. Der Schwarm wartet geduldig, bleibt an ihrer Seite, bis sie wieder mithalten kann, oder überlässt sie, wenn sie zu schwach ist, einer neuen Rolle – der des Lockvogels am Boden.“ Noahs Tauben haben wunderschöne Namen wie Regenbogen, Tänzer oder Schneeweiß. Er verbringt mit ihnen auf dem Dach die schönsten Stunden des Tages – bis den Tauben das Fliegen über den Dächern verboten wird. Noah zerreißt es das Herz, ihnen die Flügel stützen zu müssen.
Noahs Geschichte hat mich sehr berührt, ich war unfassbar traurig, als ihm auch sein liebstes Hobby genommen wurde. Der Autor beschreibt einerseits schnörkellos und andererseits sehr ergreifend das Leben in der Diktatur mit ihren unendlich vielen unbegreiflichen Regeln und Verboten.
Lest dieses Buch und ihr werdet verstehen, warum Menschen ihre geliebte Heimat verlassen, um einer Diktatur zu entkommen und ein besseres Leben führen zu können.
Noah, 14, lebt mit seinen Eltern und seiner Schwester Suad im „Taubenpalast“, sein Stadtviertel wird so genannt, da auf jedem vierten Dach ein Taubenschlag steht. Alles, was das Leben schöner macht, ist verboten: Partys, Musik, Fußballübertragungen, Brett- und Kartenspiele, Fernsehen, Handys, Zigaretten und Alkohol. „Vieles, was einst selbstverständlich war, ist heute ein Verbrechen. Eine Feier kann ein Todesurteil sein.“
Frauen dürfen ihre Berufe nicht ausüben, so auch Suad, die BWL studiert hatte und bei der Stadt angestellt war. Ihr Mann ist Polizist und wird in ein Umerziehungslager geschickt, ihre Freundin Karima darf zwar wieder als Lehrerin arbeiten, muss aber vorher an einem Workshop teilnehmen, dem Kalifen Treue schwören und eine Reueerklärung unterschreiben, in der sie bestätigt, dass sie es bereut, für die alte Regierung als Lehrerin gearbeitet zu haben.
Noahs Onkel Ali wohnt nebenan, er hat seine Liebe zu Tauben an seinen Neffen weitergegeben. Bis vor kurzem betrieb er ein Café, das er jetzt schließen muss.
Über Tauben wusste ich bisher so gut wie nichts, das hat sich nach diesem Buch geändert. Es sind soziale Tiere, die aufeinander achten. „In einem Taubenschlag existiert keine Hierarchie. Eine ältere Taube, die nicht mehr die gewohnte Höhe erreicht, wird nicht zurückgelassen. Der Schwarm wartet geduldig, bleibt an ihrer Seite, bis sie wieder mithalten kann, oder überlässt sie, wenn sie zu schwach ist, einer neuen Rolle – der des Lockvogels am Boden.“ Noahs Tauben haben wunderschöne Namen wie Regenbogen, Tänzer oder Schneeweiß. Er verbringt mit ihnen auf dem Dach die schönsten Stunden des Tages – bis den Tauben das Fliegen über den Dächern verboten wird. Noah zerreißt es das Herz, ihnen die Flügel stützen zu müssen.
Noahs Geschichte hat mich sehr berührt, ich war unfassbar traurig, als ihm auch sein liebstes Hobby genommen wurde. Der Autor beschreibt einerseits schnörkellos und andererseits sehr ergreifend das Leben in der Diktatur mit ihren unendlich vielen unbegreiflichen Regeln und Verboten.
Lest dieses Buch und ihr werdet verstehen, warum Menschen ihre geliebte Heimat verlassen, um einer Diktatur zu entkommen und ein besseres Leben führen zu können.