Ein Sommer, der alles verändert

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shilo Avatar

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Im Mittelpunkt steht ein vierzehnjähriger Junge, der Tauben züchtet und in diesen Tieren Freiheit und Ordnung zugleich findet. Während er sich um sie kümmert, rückt eine neue Macht immer näher an den Alltag. Zuerst fast unmerklich, dann immer deutlicher. Hubschrauber am Himmel, neue Regeln, veränderte Blicke der Menschen.
Der Vater passt Bilder an, um Ärger zu vermeiden. Der ältere Bruder macht Karriere in einem System, das Angst verbreitet. Mutter und Schwester dürfen sich immer weniger frei bewegen. Ihre Welt wird kleiner, und gleichzeitig wächst der Druck auf die Männer, aufzupassen, zu kontrollieren und Regeln durchzusetzen. Die Selbstständigkeit der Frauen schwindet dabei immer mehr.
Besonders stark wirkt der Blick des Jungen. Er versteht vieles noch nicht ganz, spürt aber genau, wie sich sein Alltag verändert. Die Tauben sind für ihn mehr als ein Hobby. Sie gehören zu seinem Leben, geben ihm Struktur und Ruhe. Als sie ebenfalls bedroht werden, wird spürbar, wie sehr diese kleinen Freiheiten den Alltag bestimmen.
Die Sprache bleibt ruhig und klar. Es gibt Momente von feinem Humor, die nicht auflockern, sondern Nähe schaffen. Vieles wirkt schlicht und gerade dadurch glaubwürdig.
Zurück bleibt das Bild eines Sommers, der etwas beendet. Ein Buch, das wenig erklärt, viel zeigt und lange nachwirkt.
Mich hat dieser Roman tief bewegt. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.