Eine neue Ordnung

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
liesdochmaleinbuch Avatar

Von

Abbas Khider hat eine wundervolle Art zu erzählen. In seinen Geschichten ist Platz für Grausamkeit, Angst und Ungewissheit. Nichts wird geschönt, sondern mit offenen Augen betrachtet. Trotzdem bewahrt es sich einen gefassten, ruhigen Erzählton. Und genau das macht den Schrecken in all seiner Banalität für mich als Leser noch greifbarer.

Die Geschichte beginnt fast schon in schöner Alltäglichkeit. Ein Bild des Friedens, bis ein sich verändernder Himmel den bevorstehenden Wandel ankündigt. Mit fast schon verlässlicher Stetigkeit ziehen Gewalt, Beschränkungen und Angst in den Alltag des Protagonisten ein. Und es wird sehr eindrücklich geschildert, wie klein eine Welt mit einem Mal werden kann.

Die Auswirkungen dessen werden anhand Noahs Familie und ihren Freunden und Nachbarn sehr eindringlich geschildert. Noah fand ich für seine 14 Jahre wirklich bemerkenswert. Er scheut sich nicht Fragen zu stellen, das System anzuzweifeln und kleine Rebellionen zu begehen. Und gleichzeitig tat er mir furchtbar leid, als er alles zu verlieren droht, was sein Leben einmal ausgemacht hat.

Es ist ein Buch, das bewegt und nachdenklich stimmt. Ich war mir beim Lesen die gesamte Zeit bewusst, wie privilegiert ich lebe. Ein wichtiges Buch, das mich auch nach Ende des Lektüre noch beschäftigt hat