Flüsterland
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, denn es zeigt in vielen kurzen und eindrücklichen Szenen, was es bedeutet, ein Leben im Kalifat zu führen, wenn man zuvor in Freiheit leben konnte. Vor allem für die Frauen in Noahs Familie sind die Auswirkungen drastisch. Seine Schwester bangt um ihren verhafteten Mann und Noahs Mutter benötigt nun selbst für den Gang zur Apotheke oder zum Einkaufen männliche Begleitung. Das Angebot an Bekleidung und Stoffen im Laden von Noahs Vater ist kaum mehr wiederzuerkennen und das Café seines Onkels Ali wird gleich ganz geschlossen. Unterhaltungsmusik gilt als Teufelswerk, sämtliche Mobiltelefone werden einkassiert, alle bunten oder modernen Dinge öffentlich verbrannt. Die Atmosphäre in den Straßen wirkt immer bedrohlicher, die Stadt ist klar von der brutalen Gewalt der Mudschahedin geprägt.
Es gibt allerdings auch schöne Momente im Buch, z.B. wenn Noah liebevoll über seine Tauben erzählt, von denen manche einen ganz besonderen Charakter besitzen. Nach der Lektüre sehe ich Tauben erstmals in ihrer Vielfalt und mit ganz anderen Augen!
Auch Noahs Freundschaften oder seine innige Verbindung zu Onkel Ali fand ich berührend geschildert. Aber selbst wenn man alle Geheimnisse nur flüsternd austauscht, ist im Kalifat niemand mehr sicher. Dass am Ende sogar die Tauben von den Dächern in die engen Höfe der Stadt verbannt werden, ist ein passendes Symbol für die allumfassende Unterdrückung dieses Systems. Und ja, ich fand es außerdem erschreckend, dass im Roman Verbindungen nach Deutschland erwähnt werden und gewisse Männer statt ihres Studiums in Bielefeld lieber das Kalifat wählen. Noah dagegen darf nicht einmal mehr enge Verwandte besuchen, die außerhalb der Stadt und damit im nun verbotenen, feindlichen Gebiet wohnen.
Die Erzählsprache ist wunderbar klar, schlicht und stellenweise poetisch. In vielen Dialogen klingt zudem oft ein Humor an, der mir gut gefiel. Von dem zitierten Manuskript von Onkel Ali hätte ich gern alle 114 Teile gelesen! Vielen Dank für ein bewegendes Buch, dessen Inhalt in meinem Kopf sicher lange nachhallen wird.
Es gibt allerdings auch schöne Momente im Buch, z.B. wenn Noah liebevoll über seine Tauben erzählt, von denen manche einen ganz besonderen Charakter besitzen. Nach der Lektüre sehe ich Tauben erstmals in ihrer Vielfalt und mit ganz anderen Augen!
Auch Noahs Freundschaften oder seine innige Verbindung zu Onkel Ali fand ich berührend geschildert. Aber selbst wenn man alle Geheimnisse nur flüsternd austauscht, ist im Kalifat niemand mehr sicher. Dass am Ende sogar die Tauben von den Dächern in die engen Höfe der Stadt verbannt werden, ist ein passendes Symbol für die allumfassende Unterdrückung dieses Systems. Und ja, ich fand es außerdem erschreckend, dass im Roman Verbindungen nach Deutschland erwähnt werden und gewisse Männer statt ihres Studiums in Bielefeld lieber das Kalifat wählen. Noah dagegen darf nicht einmal mehr enge Verwandte besuchen, die außerhalb der Stadt und damit im nun verbotenen, feindlichen Gebiet wohnen.
Die Erzählsprache ist wunderbar klar, schlicht und stellenweise poetisch. In vielen Dialogen klingt zudem oft ein Humor an, der mir gut gefiel. Von dem zitierten Manuskript von Onkel Ali hätte ich gern alle 114 Teile gelesen! Vielen Dank für ein bewegendes Buch, dessen Inhalt in meinem Kopf sicher lange nachhallen wird.