Poetisch und informativ

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Der 14-jährige Noah lebt mit seiner Familie im Irak. Sein Onkel hat ihm beigebracht, wie man Tauben züchtet, was er seither auf dem Dach dessen Hauses tut. Er lässt seinen Schwarm täglich fliegen, holt ihn mit Hilfe des Lockvogels zurück, sammelt ab und zu eine verirrte herrenlose Taube ein, kümmert sich darum, dass jeder Täuber eine Taube bekommt und umgekehrt.
Unten im Haus, auf den Straßen und Plätzen der Stadt und im Geschäft seines Vaters ist alles im Wandel. Die Mudschaheddin haben die Macht übernommen und das Kalifat ausgerufen. Das hat weitreichende Folgen für das Leben aller Menschen. Geschäfte müssen ihr Sortiment ändern und das alte entsorgen, Cafés werden geschlossen, Musik ist verboten - wie einiges anderes auch - und Frauen müssen den Hijab tragen und dürfen nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten.
Wer die Anweisungen nicht befolgt, wird hart bestraft.
Bald weiß man nicht mehr, wem man trauen kann, denn einstige Freunde und auch Familienmitglieder schließen sich den Mudschaheddin an.
Wie dies alles nach und nach geschieht und wie bunt und frei das Leben vorher war, was den Verlust alter Rechte, derer die Iraker nun beraubt sind, noch schrecklicher macht, zeigt uns Abbas Khider in Szenen aus dem Leben von Noah und seiner Umgebung.
Ein poetisch geschriebener Roman, der einem den Irak und seine Bewohner wunderbar näher bringt, während er die politischen Veränderungen und ihren Impakt auf das Leben der Einwohner eindrücklich veranschaulicht.