Zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit

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Abbas Khider ist bekannt dafür, die Erfahrungen von Geflüchteten literarisch so aufzubereiten, dass sie weit über reine Nachrichtenmeldungen hinausgehen. In diesem Roman begleiten wir den jungen Iraker Rasul Hamid auf seiner Odyssee durch Europa in den 1990er Jahren.

Nach seiner Flucht aus dem Irak landet Rasul zunächst in einem Dorf in Bayern. Was folgt, ist keine lineare Erfolgsgeschichte, sondern eine Aneinanderreihung von Wartesälen, dubiosen Schleusern, Sprachbarrieren und dem ständigen Gefühl, nirgendwo wirklich anzukommen. Der Titel „Der letzte Sommer der Tauben“ symbolisiert dabei eine verlorene Unschuld und den Moment, in dem das alte Leben endgültig hinter einem liegt, während das neue noch in unerreichbarer Ferne scheint.

„Der letzte Sommer der Tauben“ ist kein einfaches Wohlfühlbuch, aber ein notwendiges. Khider gelingt es, den „Flüchtling“ als Individuum mit Träumen, Ängsten und einer eigenen Geschichte sichtbar zu machen. Er gibt denen eine Stimme, die in der politischen Debatte oft nur als anonyme Masse wahrgenommen werden.