Zwischen Poesie und Schrecken

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tinten_fischchen Avatar

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Bei der letzten Seite hatte ich Gänsehaut. Wahnsinn, was für ein Ende. Was für ein Buch.

Obwohl der Stil und Aufbau relativ einfach ist, ist die Leseerfahrung dem Thema entsprechend alles andere als einfach.

In etwas mehr als 200 Seiten wird eindrücklich geschildert wie der Alltag mehr und mehr verschwindet. Immer wieder neue Verbote, Ausgangssperren aber auch Gehirnwäsche. Nicht nur der Alltag sondern auch Familie und Freunde verändern sich im Laufe der Zeit. Verschwinden.

Umso schwieriger ist es das alles aus Sicht eines Heranwachsenden zu erleben. Noah, der immer noch sehr naiv ist und sich wieder und wieder vorstellt, das alles wieder gut und normal wird. Ganz nebenbei erfährt man vieles über Tauben und ihre Zucht.

„Die Tauben sind mir wie immer ein Trost. Ohne sie, denke ich, wäre ich verloren. Sie sind das einzige Beständige in einer Welt, die sich um mich herum gerade so rasant wandelt.“ lässt Abbas Khider Noah einmal erklären. Besser kann man es gar nicht beschreiben.

Ein kurzes, bedrückendes Buch mit Nachhall.