Zwischen Nähe und Distanz

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Der Einstieg hat mich direkt überrascht, weil er sich ganz anders anfühlt als typische Highschool-Geschichten. Auf den ersten Blick wirkt alles leicht und fast schon vertraut – Interviews, Schulalltag, Freundschaften. Aber ziemlich schnell merkt man, dass da viel mehr unter der Oberfläche steckt.

Besonders spannend fand ich die Dynamik zwischen Mina und Caplan. Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein, und genau das macht ihre Verbindung so interessant. Caplan wirkt nach außen total unkompliziert, beliebt und irgendwie „strahlend“, während Mina viel stiller, beobachtender und auch ein Stück weit distanziert ist. Gerade ihre Gedanken geben dem Ganzen eine Tiefe, die man so nicht unbedingt erwartet.

Auch die Rückblicke in ihre gemeinsame Vergangenheit fand ich richtig gelungen. Dadurch versteht man Stück für Stück, warum ihre Beziehung so besonders ist – und gleichzeitig auch, warum sie nicht ganz unkompliziert ist. Es schwingt immer so ein leicht melancholischer Ton mit, obwohl viele Szenen eigentlich locker oder sogar humorvoll sind.

Der Schreibstil ist dabei sehr angenehm und lebendig, teilweise sogar ein bisschen poetisch, ohne schwer zu wirken. Die Dialoge fühlen sich echt an und haben oft genau die richtige Mischung aus Witz und Ernst.

Insgesamt macht die Leseprobe vor allem neugierig auf die weitere Entwicklung der Figuren – weniger durch große Action, sondern durch die zwischenmenschlichen Spannungen und diese ganz besondere Atmosphäre.