Gefühlvoll, melancholisch und nahbar

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ekiam Avatar

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Mina und Caplan sind seit der Grundschule beste Freunde – und könnten unterschiedlicher kaum sein. Mina ist still, liebt Bücher und hält sich eher im Hintergrund, während Caplan zu den beliebtesten Schülern gehört und von Freunden umgeben ist. Als sich Caplans Freund Quinn plötzlich für Mina interessiert, reagiert Caplan zu seiner eigenen Überraschung eifersüchtig. Bei einem Partyspiel küsst er Mina kurzerhand und setzt damit nicht nur seine Beziehung zu Hollis, sondern auch die Freundschaft zu Mina aufs Spiel.

Das Buch lässt mich zwiegespalten zurück. Einerseits haben mir die ruhige, emotionale und zugleich spannende Handlung sehr gefallen. Die Geschichte fängt die Stimmung der letzten Wochen vor dem Schulabschluss gelungen ein: die Melancholie, den Abschiedsschmerz, die Vorfreude auf die Zukunft und gleichzeitig die Angst vor dem Ungewissen. Dadurch fühlte ich mich immer wieder in diese besondere Zeit zurückversetzt.
Mina und Caplan waren mir sofort sympathisch und ich konnte mich schnell in sie hineinversetzen. Mit Hollis hatte ich anfangs mehr Schwierigkeiten, doch gerade ihre Entwicklung im Verlauf der Handlung hat mich begeistert. Besonders gegen Ende wird deutlich, dass sie emotional reifer ist als viele der anderen Figuren.
Auch der Schreibstil ließ sich angenehm lesen; teilweise bin ich regelrecht durch die Seiten geflogen.
Andererseits gab es für mich auch einige Kritikpunkte. Minas Entwicklung vom gemobbten Mädchen zu einem festen Teil von Caplans Clique ging mir zu schnell und wirkte dadurch nicht ganz nachvollziehbar. Auch einige ihrer Einstellungsänderungen passten für mich nicht immer zu ihrer Figur.
Zudem werden mehrere schwierige Themen angesprochen, obwohl der Fokus eigentlich auf der Beziehung zwischen Mina und Caplan liegt. Viele davon bleiben jedoch eher oberflächlich behandelt. Vor allem bei einem Thema hätte ich mir deutlich mehr Tiefe gewünscht, da es große Auswirkungen auf Minas Leben hatte und noch immer hat. Gerade ihre Gefühle dazu blieben für mich oft zu wenig ausgearbeitet.
Trotz der wechselnden Perspektiven zwischen Mina und Caplan war mir stellenweise nicht klar, aus wessen Sicht gerade erzählt wurde, da sich ihre Erzählstimmen sehr ähnelten. Ähnlich ging es mir bei einigen Dialogen, in denen nicht immer eindeutig war, wer gerade sprach.

Insgesamt hat mir das Buch dennoch gut gefallen und ich habe mit Mina, Caplan und auch Hollis mitgefühlt und mitgefiebert. Ein schönes Coming-of-Age-Buch, das einen mit einer gewissen Sehnsucht zurücklässt.