Überraschendes Jugendbuchhighlight!

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elodie_holmes Avatar

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Als ich zu „Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens“ gegriffen habe, hatte ich mit einer eher durchschnittlichen, leichten Romance für zwischendurch gerechnet. Schließlich kann man auf etwa 320 Seiten wohl kaum eine Romance mit Tiefgang verfassen, oder? Tja, falsch gedacht, wie sich für mich später herausstellte.

Der Debütroman „Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens“ ist ein romantisches Jugendbuch der Schauspielerin und Autorin Daisy Garrison. Er erschien im englischen Original unter dem Titel „Six More Months of June“.

Für die schüchterne Mina und den beliebten Caplan, die bereits seit der dritten Klasse beste Freunde sind, ist es der letzte Sommer vor ihrem Schulabschluss. Als Caplans Freund Quinn dann aber Mina zum Prom einlädt, muss er sich fragen, was er wirklich für seine beste Freundin empfindet - eine Liebesgeschichte zwischen Schatten der Vergangenheit, neuen Freundschaften und dem Wunsch, dass der Sommer niemals endet…

Aufmachung
Das Cover hat mich sofort angesprochen. Gerade die violetten und rosafarbenen Töne erinnern an eine jugendliche Leichtigkeit und lange Nächte nach dem Sonnenuntergang. Auch die Zeichnung von Caplan und Mina gefällt mir sehr. Ebenso passend ist der Farbschnitt, der die großartige Aufmachung der Geschichte hervorragend abrundet.

Schreibstil
Ebenfalls passend ist der leichte, eher zurückhaltende Schreibstil der Autorin Daisy Garrison. Ihre Art zu erzählen ist humorvoll und wirkt ehrlich und echt. Dadurch bekommt die Geschichte noch einmal eine authentischere Wirkung und man kann sich gut in die Protagonisten Mina und Caplan hineinversetzen. Das ist auch nicht zuletzt den sich abwechselnden Kapiteln aus Minas und Caplans Sicht zu verdanken, die ein noch tieferes Eintauchen in die Gedanken- und Gefühlswelten der beiden Jugendlichen ermöglichen.

Spannungsbogen
Eine süße Romance für zwischendurch – das war meine Erwartung. Genau das hat das Buch auch erfüllt: diese jugendliche Atmosphäre, die Unsicherheit, was man nach dem Schulabschluss mit seinem Leben anfängt, eine süße Friends-to-Lovers-Romance, die mit 320 Seiten perfekt zum „wegsnacken“ ist. Und doch war diese Geschichte so viel mehr. Einfühlsam und ehrlich erzählt die Autorin nicht nur von typischen Teenagerthemen, sondern auch von Erlebnissen der Vergangenheit der Protagonisten, die bis heute ihre Spuren hinterlassen haben.
Schon auf den ersten Seiten wird die tiefe Bindung der beiden Protagonisten deutlich und damit stieg sofort meine Vorfreude auf die Geschichte. Durch die vielen Emotionen bleibt das Buch auch bis zuletzt sehr interessant und spannend.

Figuren
Dadurch, dass aus Minas und Caplans Perspektiven erzählt wird, hatte man direkt einen tiefen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelten der Protagonisten. Zudem konnte ich so sofort eine Bindung zu beiden Protagonisten aufbauen. Beide waren mir von Anfang an sympathisch.
Eine Sache, die mich allerdings gestört hat, war die fehlende Kommunikation von Caplan, die vermutlich mit den Unsicherheiten über die Zukunft verknüpft waren.

Fazit
Insgesamt ist „Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens“ ein außerordentlich gelungenes Jugendbuch. Besonders empfehlenswert ist die Geschichte, da sie nicht nur typische Elemente einer leichten Wohlfühlromance für zwischendurch enthält, sondern auch wichtige Themen bespricht, die gerade im Alter der jugendlichen Zielgruppe relevant sind. Ich empfehle die Geschichte allen, die ein süßes und gleichzeitig tiefgründiges Romance-Jugendbuch lesen möchten.