Düstere Nächte in Kopenhagen

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ravenmoon Avatar

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Thriller gehören zu meinen absoluten Lieblingsgenres, und nach dieser Leseprobe war ich sofort mittendrin. Tobias Bukkehave verschwendet keine Zeit, sondern zieht einen direkt in eine Geschichte hinein, die vom ersten Kapitel an eine beklemmende Atmosphäre erzeugt.

Der Einstieg ist stark: Ein erfolgreicher DJ verlässt mitten in einer regnerischen Novembernacht die Wohnung eines gefeierten Popstars. Die Stimmung ist zunächst fast verträumt, doch unterschwellig liegt von Anfang an etwas Bedrohliches in der Luft. Als schließlich der schwarze Lieferwagen auftaucht und der Täter zuschlägt, wird klar, dass hier ein Gegner unterwegs ist, der seine Taten sorgfältig plant. Die Szene ist spannend geschrieben, ohne unnötig blutig zu werden, und endet mit einem echten Gänsehautmoment.

Ebenso überzeugt mich das Ermittlerduo Sara Levin und Janus West. Beide wirken glaubwürdig, eingespielt und angenehm menschlich. Besonders gefällt mir ihr trockener Humor, der den düsteren Ereignissen immer wieder kleine Verschnaufpausen verschafft, ohne die Spannung zu zerstören. Gleichzeitig wird deutlich, dass beide ihre eigenen seelischen Narben mit sich herumtragen. Das macht sie deutlich interessanter als makellose Standardermittler.

Auch Adam Levin weckt sofort meine Neugier. Ein ehemaliger FBI-Profiler, der selbst eine schwere Familiengeschichte mit sich trägt, verspricht enormes Potenzial für die weitere Handlung. Dass sein eigener Vater wegen schwerster Verbrechen verurteilt wurde und dieser Schatten bis heute über den Geschwistern liegt, eröffnet eine spannende psychologische Ebene, die weit über einen gewöhnlichen Serienkiller-Thriller hinausgeht.

Besonders gefallen hat mir der Schreibstil. Er ist flüssig, atmosphärisch und sehr filmisch. Das verregnete Kopenhagen wirkt kühl, grau und bedrohlich, sodass man die Novemberstimmung förmlich spüren kann. Gleichzeitig gelingt es dem Autor, seine Figuren bereits auf den ersten Seiten mit genügend Tiefe auszustatten, damit sie nicht nur Mittel zum Zweck der Handlung bleiben.

Auch das Cover passt hervorragend zum Inhalt. Die dunkle Gestaltung und der markante Titel wirken modern und bedrohlich zugleich und vermitteln genau die Art von Thriller, die ich gerne lese.

Die Leseprobe liefert genau das, was ich mir von einem guten Thriller wünsche: einen starken Einstieg, interessante Figuren, psychologische Tiefe und zahlreiche offene Fragen. Wer steckt hinter dem "Prätorianer"? Welche Verbindung besteht zwischen den Figuren? Und welche Rolle wird Adam Levin letztlich spielen? Genau diese Neugier sorgt dafür, dass ich das Buch am liebsten sofort weiterlesen würde. Für Thriller-Fans sieht das nach einem vielversprechenden Reihenauftakt aus.