Ein mörderisches Puzzle im herbstlichen Kopenhagen

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bobo_hamburg Avatar

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Der Thriller "Der Prätorianer" von Tobias Bukkehave entführt uns in ein düsteres Kopenhagen, in dem ein perfides Spiel um Entführung, traumatische Familiengeschichten und knallharte Polizeiarbeit beginnt. Ich würde sagen, das Buch ist perfekt für Jugendliche ab fünfzehn oder sechzehn Jahren und natürlich für alle Erwachsenen geeignet, die auf psychologische Hochspannung stehen.

Das Cover ist echt genial. Diese detailgetreue blaue Fliege auf dem gerissenen Eis hat mich sofort gecatcht, es sieht so kalt, scharf und ein bisschen unheimlich aus, was perfekt zur düsteren Stimmung eines Thrillers passt.

Besonders genial fand ich den schnellen Wechsel der Perspektiven direkt am Anfang des Buches. Erst ist man ganz nah bei dem jungen DJ Joakim, der nach einer Nacht bei einem Popstar plötzlich im kalten Novemberregen brutal entführt wird, und im nächsten Moment stürzt man mit der Ermittlerin Sara Levin in eine extrem heftige Razzia. Das gibt der Geschichte sofort eine enorme Dynamik und zieht einen direkt in den Bann. Auch die Andeutung eines finsteren Familiengeheimnisses rund um den inhaftierten Vater der Ermittlergeschwister hat mich sofort gecatcht.

Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, war der plötzliche Tempowechsel im dritten Kapitel bei Adam Levin. Während man nach der Razzia voll im Adrenalinrausch ist, zieht sich Adams innerer Monolog beim Joggen über seine Stanford-Vergangenheit, das FBI und seine gescheiterte Beziehung ein kleines bisschen in die Länge. Das nimmt der akuten Handlung etwas den Wind aus den Segeln, auch wenn der psychologische Hintergrund natürlich extrem wichtig für den weiteren Verlauf ist.

Der Schreibstil ist extrem bildhaft und transportiert diese nasskalte, graue Novemberstimmung Kopenhagens absolut perfekt, sodass man beim Lesen fast selbst das Frösteln anfängt. Bukkehave baut die Spannung durch die verschiedenen Sichtweisen super schnell auf und lässt den Leser im Unklaren darüber, wie die Puzzleteile zusammenhängen. Die Charaktere, besonders die taffe, aber innerlich verletzliche Sara und ihr hochintelligenter Bruder Adam, wirken jetzt schon unglaublich vielschichtig und tiefgründig.

Das Buch ist perfekt geeignet für alle True-Crime-Fans, Thriller-Liebhaber und Leser, die skandinavische Krimis mit psychologischen Abgründen mögen. Wer Geschichten liebt, bei denen das Ermittlerteam selbst eine dunkle Vergangenheit mitbringt und die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen, wird hier richtig glücklich werden.

Ich erwarte von der vollständigen Geschichte ein absolut packendes und wendungsreiches Verwirrspiel, bei dem das Rätsel um den Entführten und das Trauma der Familie Levin genial zusammenlaufen. Nach diesem vielversprechenden Einstieg würde ich das Buch definitiv sofort weiterlesen, um herauszufinden, wer der Prätorianer wirklich ist.