Dänischer Thriller mit viel Hochspannung und Familientwist

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bema_pe25 Avatar

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Das Cover ist ansprechend mit Prägemotiven gestaltet. Schon auf dem Cover erhält man einen Eindruck von dem Geschehen. Die Fliege auf dem Cover symbolisiert die Grausamkeit der römischen Kaiser in der Zeit: Unterwerfung und sadistische Unterwerfung bis hin zum kleinsten Lebewesen.

Kopenhagen im November. Bei einsetzendem Schnee und kühlen Temperaturen geschehen unheimlich Dinge. Das ist der perfekte Hintergrund für diesen Thriller von Tobias Bukkehave. Grauen ist garantiert.

Das Kopenhagener Ermittlerteam Sara Levin und Janus West hat gerade einen Mann in seiner Wohnung verhaftet, der mehrere Frauen mit grausamsten Methoden gequält und gefoltert hat und auch gerade eine junge Frau in seiner Gewalt hat, als die beiden von ihrem Chef Falk zu einem anderen Tatort beordert werden. Lediglich der Hinweis für Sara, dass ihre Teilnahme an einem Workshop über Täterprofile von Serienverbrechern für den Fall nützlich sein könnte, führt die beiden Ermittler zu einem Tatort in einer Trafostation, wo das Opfer auf eine sonderbare Weise inszeniert wurde. Mitten im Raum abgelegt, mit einem Laken verhüllt und auf Höhe der Augen zwei römische Goldmünzen und einem eingeritzten Tattoo im Brustkorb. Das makabere an der Leiche ist allerdings, dass ihr die Leber entfernt wurde. Im Raum selbst finden die Ermittler auch weitere Hinweise, die sie allerdings noch nicht einordnen können.

Eigentlich sollten zwei andere Ermittler, Staldgaard und Becker, die Ermittlungen übernehmen, aber der Chef hatte sich aufgrund der vorgefundenen Situation dann für Levin und West entschieden. Diese Entscheidung sorgt zunächst Unverständnis und Unruhe bei den anderen Ermittlern, aber Sara und Janus verstehen es ihr Team weitestgehend zu motivieren um gemeinsam an dem Fall zu arbeiten.

Sara’s Bruder Adam Levin, Psychologe und vom FBI auf Serienkiller ausgebildeter Profiler, ist nach einem längerem USA Aufenthalt wieder nach Kopenhagen zurückgekehrt. Zum einen, weil er wieder in der Nähe seiner Schwester sein will, zum anderen aber auch, weil er die schwierige Verbindung zu seinem Vater, der zurzeit wegen eines Tötungsdeliktes im Gefängnis sitzt und zudem mehr von Sara hält, versuchen will in positive Bahnen zu lenken, aber auch, um mehr Anerkennung und Aufmerksamkeit für sich und seine Arbeit zu erhalten. Adam wird in Rücksprache mit Falk von Sara als Berater zu den Ermittlungen hinzugezogen. Zunächst mit großer Skepsis begleitet, arbeitet Adam sich immer mehr in den Fall und in das Team ein, auch wenn er mit seinen Profilen des Täters nicht jedermanns Zustimmung erhält.

Der Vater von Sara und Adam, Christian Levin, wird aufgrund seiner vorherigen Tätigkeit als Professor am Historischen Institut der Kopenhagener Universität, während der Ermittlungen einbezogen in die Bewertung der vorhandenen Indizien und Asservaten, da einige der Asservate auch auf ihn deuten. Allerdings bleibt seine Rolle bei den Taten unübersichtlich. Und auch das Zerwürfnis zwischen Sara und ihrem Vater, sowie das angespannte und eher einseitige Verhältnis zwischen Adam und seinem Vater werden nicht geklärt bzw vertieft.

Und dann gibt es da noch eine junge dänische Künstlerin namens Juventas.

Soweit die Protagonisten dieses Thrillers. Bis auf den vermeintlichen Täter.

Tobias Bukkehave ist mit seinem Erstlingswerk ein spannender und in einige Kapiteln auch sehr dramatischer, wenn auch bisweilen mit grausamen Details, Thriller gelungen. Der Schreibstil ist flüssig und nimmt den Leser gut mit. Auch die Entwicklung der Hauptprotagonisten ist gut nachvollziehbar. Der Plot entwickelt sich schlüssig.

Nur zum Ende hin sind einige Passagen nicht immer so schlüssig und passen vom Ablauf her nicht bis zum dahin gut abgestimmten Plot. Das ist schade, ist aber eher der Dramatik geschuldet.

Es bleiben Fragen offen, was aber darauf hindeutet, dass in den Folgebänden diese Fragen weiter beleuchtet werden.

Insgesamt ist „Der Prätorianer“ ein gelungener Auftakt zu der angekündigten Thrillerserie rund um die Ermittler Sara und Adam Levin sowie Janus West. Allemal eine Leseempfehlung. Ich bin gespannt auf das was kommen wird.