Das Ende hat mir die Geschichte etwas kaputt gemacht

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Worum geht’s?
Sara Levin hat nicht nur häufig den richtigen Riecher bei ihren Ermittlungen, sondern vor allem eine große Portion Ehrgeiz. Als sie die Ermittlungen in einer mysteriösen Mordserie leiten soll, ist sie eigentlich voll in ihrem Element – wären da nicht die seltsam rituell gestalteten Tatorte, die den Fall näher in Verbindung zu ihrer eigenen Familie bringen, als ihr lieb wäre.


Meine Meinung:
Die Geschichte an sich hat mir eigentlich wirklich gut gefallen, was für ein Debüt definitiv ein gutes Zeichen ist. Trotz nur kleiner Kritikpunkt war es dann schlussendlich allerdings die Umsetzung der Auflösung, die meine Begeisterung beim Lesen und Hören dann doch merklich gedämpft hat.

Um gleichzeitig auch dem Trend des immersiven Lesens eine Chance zu geben, habe ich Buch und Hörbuch konsumiert, was mir überraschend gut gefallen hat. Mein Lesetempo war zwar ungefähr gleichbleibend, trotzdem hatte ich das Gefühl, deutlich flüssiger durch die Geschichte zu kommen. Ob das allein Oliver Siebecks Verdienst war, oder generell bei der Kombination beider Medien bei mir der Fall ist, muss ich allerdings noch testen.

Das Ermittlerteam fand ich grundsätzlich interessant, wirklich kennenlernen konnte man in meinen Augen aber noch keinen der drei in diesem Buch. Die einzelnen Einblicke waren für meinen Geschmack noch nicht tiefgehend genug, wobei ich auch ehrlicherweise zugeben muss, dass sich der Autor hier eine sehr ungewöhnliche Konstellation mit vielen Themen gebaut hat, die für wirkliche Tiefe einfach deutlich mehr Raum gebraucht hätte. Potenzial für die Fortsetzung sehe ich trotzdem, gleichzeitig war so dann die Handlung der Punkt, der mich wirklich hätte überzeugen müssen.

Für den Großteil des Buches hat das auch tatsächlich funktioniert, ich bin schnell voran gekommen und wollte definitiv wissen, wer sich denn nun als Prätorianer herausstellen würde. Die Ermittlungsarbeit fand ich relativ spannend, man nähert sich der ein oder anderen Vermutung und kann definitiv über weite Teile der Handlung ordentlich miträtseln. Was mir dann allerdings nicht mehr so gut gefallen hat, war leider die Auflösung bzw. die Hinführung zum gesamten Schlussteil.

Ich persönlich fand das Erzähltempo zu unvermittelt hoch, da das Ende so unglaublich gehetzt und nur wenig durchdacht auf mich gewirkt hat. Verkettungen glücklicher und unglücklicher Umstände müssen nicht zwangsläufig ein schlechtes Zeichen sein, hier hatte ich aber den Eindruck, dass unter allen Umständen besonders viel Action und Gewalt eingestreut werden sollte, was für mich nicht logisch funktioniert hat. Darüber hinaus hätte ich mir einige deutlichere Hinweise auf den Täter gewünscht, da ich ehrlicherweise den Eindruck hatte, dass er sehr plötzlich aus dem Hut gezaubert wurde. Eine Erwähnung zuvor reicht für mich nicht, um als Hinweis zu gelten, weshalb mir das Ende dann doch einiges meiner Begeisterung genommen hat.


Fazit:
Dieser Reihenauftakt hatte definitiv Potenzial, die Umsetzung des Schlussteils kam mir aber leider nur wenig durchdacht und deutlich zu überstürzt vor. Nichtsdestotrotz liest sich das Buch sehr spannend, was meine Erwartungen an den nächsten Band noch nicht ganz im Boden versinken lässt.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.