Diesem Buch mangelt es an allem, was einen skandinavischen Thriller ausmacht

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elke17 Avatar

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Thriller, in denen Serienmörder im Fokus stehen, lese ich eigentlich kaum noch. Warum? Weil es in erster Linie den Autoren/Autorinnen darum geht, die Beschreibungen der Morde/Mordopfer möglichst pervers bzw. brutal darzustellen.

Ich hatte ja gehofft, dass Bukkehaves „Prätorianer“ dem Leser/der Leserin Rätsel im Dan Brown-Stil mit mythologischen Bezügen aufgibt, musste aber leider recht schnell feststellen, dass der Autor dies mit der dünnen Story und seinen mangelnden schriftstellerischen Fähigkeiten dies leider nicht erfüllen konnte.

Mythologisch ist lediglich die Wächter-Thematik, die sich bereits aus dem Titel der Übersetzung ergibt, ansonsten wird hier mit mehr oder weniger bereits vielfach (speziell in skandinavischen Thrillern) durchgekauten Versatzstücken gearbeitet: problematische Geschwisterbeziehung, Kompetenzgerangel innerhalb der Ermittlergruppe, ein wegen Mordes einsitzender Vater mit speziellen Kenntnissen, Incels (diese Vermutung hatte ich schon gleich zu Beginn) und Social Media/Dark Net, und als Kirsche auf dem Kuchen fungieren dazu die mehr als unappetitlichen Beschreibungen der Mordopfer. Das Ganze wird zusätzlich mit sich wiederholenden Beschreibungen aufgebläht und in die Länge gezogen, so dass bereits nach der Hälfte mein Interesse gegen Null tendierte und ich das Buch, wenn es keine Leserunde gewesen wäre, abgebrochen hätte.

Offenbar ist „Der Prätorianer“ als Reihenauftakt für weitere Fälle mit Team Sara und Adam konzipiert, was die Fragen, die unbeantwortet geblieben sind, vermuten lässt. Allerdings werde ich die Fortsetzungen nicht mehr lesen; dafür war mit diese effekthascherische Story mit ihrem unsympathischen Personal zu plump, zu aufgebläht und zu vorhersehbar geplottet. Habe ich etwas vergessen? Ach ja, ein paar Schneeflocken in der Dunkelheit sind kein Alleinstellungsmerkmal für Dänemark. Nein, diesem Buch mangelt es an allem, was einen lesenswerten skandinavischen Thriller ausmacht.