Düster, atmosphärisch und mit einem Ermittlerduo, das man nicht so schnell vergisst

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sunshine22 Avatar

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Der Prätorianer von Tobias Bukkehave ist für mich ein Thriller, der von Anfang an eine ganz besondere Atmosphäre entwickelt. Das winterliche Kopenhagen, die eisige Kälte und die ungewöhnlich inszenierten Tatorte sorgen für eine düstere Stimmung, die perfekt zur Geschichte passt. Schon der erste Mord ist so bizarr und grausam, dass man sofort wissen möchte, was hinter diesem Ritual steckt.

Besonders spannend fand ich die Idee, die Mordserie mit der römischen Antike zu verbinden. Goldmünzen auf den Augen, lateinische Inschriften und die sorgfältig arrangierten Tatorte lassen den Täter unglaublich berechnend und geheimnisvoll wirken. Gleichzeitig ist man als Leser ständig auf der Suche nach einem Zusammenhang und versucht, die Hinweise gemeinsam mit den Ermittlern zu entschlüsseln.

Sara Levin hat mir als Hauptfigur besonders gut gefallen. Sie ist keine Ermittlerin ohne persönliche Schwächen, sondern wird durch den Fall zunehmend selbst mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Dass ausgerechnet die Goldmünzen eine Verbindung zu ihrem wegen Mordes verurteilten Vater herstellen, macht den Fall für sie zu einer emotionalen Zerreißprobe. Dadurch bekommt der Thriller neben der eigentlichen Ermittlungsarbeit eine sehr persönliche Ebene.

Auch das Zusammenspiel zwischen Sara und ihrem Partner Janus West hat mir gut gefallen. Die beiden ergänzen sich und sorgen dafür, dass die Ermittlungen nicht nur aus düsterer Spurensuche bestehen, sondern auch durch die Figuren selbst lebendig bleiben.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und spannungsorientiert. Besonders die atmosphärischen Beschreibungen der Tatorte und Kopenhagens haben mir gefallen. Die Geschichte entwickelt nach und nach immer mehr Sog und schafft es, die Spannung mit den persönlichen Geheimnissen der Figuren zu verbinden.

Fazit: Der Prätorianer ist ein gelungener Auftakt für eine neue Thrillerreihe. Ein düsterer Serienkiller, rätselhafte Rituale, eine Ermittlerin mit familiärer Vergangenheit und ein spannendes Ermittlerduo ergeben eine Mischung, die mich sehr gut unterhalten hat. Wer skandinavische Thriller mit ungewöhnlichen Mordfällen und einer persönlichen Ermittlergeschichte mag, sollte Sara Levin unbedingt kennenlernen. Für mich ein spannender Reihenauftakt mit viel Potenzial für die nächsten Fälle.