Düster, brutal, ein toller Serienstart

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Mit "Der Prätorianer" startet Tobias Bukkehave in eine neue Thrillerserie rund um das Ermittlerduo Sara Levin und Janus West, die Unterstützung bekommen von Saras etwas schrulligem Bruder Adam. Dieser ist als Profiler auf Serientäter spezialisiert und fachlich eine optimale Ergänzung. Menschlich allerdings ist er nach meiner Meinung etwas speziell und auch Sara hatte lange keinen Kontakt, nachdem ihr Vater wegen Mordes ins Gefängnis kam und die Geschwister dazu eine unterschiedliche Meinung haben.

Als klar wird, dass ein neuer Mörder nicht nur von der Antike besessen ist, sondern noch lange mit seinem Werk nicht fertig ist, müssen alle gut zusammen arbeiten. Was für Sara besonders bitter wird, auch ihr Vater wird in die Ermittlungen einbezogen, zu dem sie eigentlich keinen Kontakt mehr möchte. Sie muss sich nicht nur mit dem Serienmörder, sondern auch mit ihrer düsteren Vergangenheit auseinandersetzen.

Die Stimmung des eisigen Covers zieht sich im Inneren fort, nicht nur wegen der gefrorenen Leiche oder der kalten Jahreszeit in der wir uns befinden, auch die Stimmung zwischen den einzelnen Charaktere ist teils eisig. Dennoch klappt die Zusammenarbeit perfekt, wenn es darauf ankommt. Die Charaktere sind von Tobias Bukkehave vielschichtig angelegt und es brodelt teils in deren Innerem, welches wir dank der unterschiedlichen Erzählperspektiven begleiten dürfen. Die Morde und deren Opfer werden nicht gerade zimperlich präsentiert, was einem eine Gänsehaut beim Lesen beschert, aber vielleicht nicht jedem in der Brutalität gefallen könnte. Die Spannung baut sich recht zügig auf und hält auch bis zum Ende an. Bei manch einer Entscheidung hatte man bereits im Vorfeld ein ungutes Gefühl, aber zum Schluss hin wurde ich doch überrascht und freue mich nun schon auf den nächsten Teil und ein Wiedersehen mit dem unfreiwilligen Ermittler-Trio.

Ich habe "Der Prätorianer" als Hörbuch gehört und wurde von der ruhigen und melodisch gut pointierten Stimme von Oliver Siebeck von Anfang an gefesselt. Wenn der nächste Teil ebenfalls von ihm eingelesen wird, werde ich mich wohl erneut für das Hörbuch entscheiden.