Ein Fall von Splanchnophilie

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buecherfan.wit Avatar

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Tobias Bukkehaves Thriller “Der Prätorianer“ ist der Auftakt einer Reihe um das Ermittlerteam Sara Levin und Janus West. Ein Mann, der offensichtlich Opfer eines Ritualmordes wurde, wird gefunden mit lateinischen Wörtern auf der Haut, wertvollen alten Goldmünzen in den Augenhöhlen und grausamen Verletzungen. Unzählige brennende Kerzen beleuchten die Szene. Saras Bruder Adam, ein in den USA ausgebildeter Profiler von Serienmördern, wird hinzugezogen, denn bald gibt es ein weiteres Opfer. Die Geschwister sind schwer traumatisiert durch ihre Familiengeschichte, denn ihr Vater Christian wurde vor über zehn Jahren in einem Indizienprozess als Mörder verurteilt. Seitdem hat Sara den Kontakt zu ihm abgebrochen, während Adam versucht, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Der Vater ist Historiker und weiß wie der Täter eine Menge über die griechische und römische Mythologie. Außerdem war er einst der Besitzer der gefundenen Goldmünzen. Immer wieder wird durch Fakten und Andeutungen die Verbindung zwischen den Morden und dem Vater hergestellt, ohne dass diese am Ende geklärt wird. Der Leser erfährt einiges mehr durch Kapitel aus der Sicht des Täters, ohne dass eine Identifikation möglich ist. Diese Kapitel und die aufgefundenen Leichen zeigen, dass es sich beim Täter um einen perversen Psychopathen handelt, der an Splanchnophilie leidet, denn er schneidet Organe, vor allem die Leber, aus den Leichen heraus und isst sie.
Nicht nur diese abstoßenden Details haben mich gestört. Der Thriller ist zwar teilweise spannend, aber insgesamt eine wenig plausible Konstruktion, vor allem zum Ende hin, wo ein Täter aus dem Hut gezaubert wird, der im Roman keine Rolle spielt. Es bleiben etliche lose Enden, und Cliffhanger machen übertrieben deutlich, dass es eine Fortsetzung geben wird. Die Charakterisierung der Figuren bleibt blass, und viele Handlungselemente wirken unlogisch und absolut unrealistisch. Insgesamt war dieser Roman für mich eine Enttäuschung.