Ein Thriller, den man nicht mehr aus der Hand legt
Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite total gepackt. Der Einstieg ist super dynamisch: Erst schlüpft man in die Perspektive des jungen DJs Joakim, der nach einer Nacht in den feinsten Kreisen Kopenhagens plötzlich brutal entführt wird. Und im nächsten Moment steckt man mittendrin in einer knallharten Wohnungsstürmung der Polizei. Tobias Bukkehave legt hier ein irre hohes Tempo vor, hält die Spannung bis zum Schluss extrem hoch und überrascht immer wieder mit cleveren Wendungen. Der Schreibstil liest sich unglaublich flüssig und bildhaft – man hat die Szenen im verregneten, nächtlichen Kopenhagen direkt wie einen Film vor Augen. Richtig stark fand ich die Charaktere. Die Ermittlerin Sara und ihr Bruder Adam, ein früherer Profiler beim FBI, wirken wie echte Menschen aus Fleisch und Blut. Sie tragen eine ganz schöne Last mit sich herum, vor allem wegen der düsteren Vergangenheit ihres eigenen Vaters, der im Gefängnis sitzt. Das ist nicht einfach nur ein typisches Ermittler-Team, sondern eine ziemlich komplexe Familiengeschichte, die der Handlung enorm viel Tiefe verleiht. Ich liebe skandinavische Krimis sowieso, aber diese Geschichte hat mich wirklich positiv überrascht. Die Mischung aus glamourösem Musik-Business, düsteren Geheimnissen und dieser leicht melancholischen skandinavischen Stimmung hat bei mir voll ins Schwarze getroffen. Tobias Bukkehave hat hier einen richtig starken, fesselnden Thriller abgeliefert. Wer auf packende Skandi-Krimis mit echten, vielschichtigen Figuren und einer Story steht, die einen nicht mehr loslässt, sollte sich das Buch unbedingt holen!